Cryptosteel – Ein Erfahrungsbericht

Als ich mich vor ein paar Wochen mit Steelwallets beschäftigt habe, habe ich mit dem Unternehmen hinter Cryptosteel, der Sword Ltd Kontakt aufgenommen. Ungefragt und damit umso spannender für mich, boten sie mir an ein Wallet gratis zu senden. Das nahm ich gerne an und damit habe ich mein erstes, nicht selbst gebasteltes, Steelwallet besessen.

Der Erste Eindruck des Steel Wallet

Es gibt verschiedene Varianten. Ich bekam die günstige Version die man um 99 USD erstehen kann. Das Wallet nennt sich „Mnemonic“ da es für das Aufbewahren von Mnemonic-Seeds gedacht ist. Also einer Folge von Worten mit deren Hilfe der Private Key des Wallets erstellt werden kann. Im Falle von Bitcoin wird das zB. vom BIP 39 definiert.

Das Paket wirkt wertig und es ist schwer.

Im Inneren findet man dann das Wallet selbst und Paket mit den kleinen Buchstabenplättchen.

Alles in allem macht es einen guten Eindruck.

Hübsch anzusehen – Praxis tückisch

Das Wallet ist so gebaut, dass es mit einem Vorhängeschloss zusätzlich noch abgesperrt werden kann. Das soll es vor unbefugten Blicken schützen.

 

 

Zum Erstellen des Seeds kann jeder beliebige Paper-Wallet-Generator verwendet werden oder auch ein Programm wie Electrum. Vor der Verwendung eines Online-Generators rate ich generell ab. In der Bitcoin-Szene gibt es viele brauchbaren Tools, aber jeder sollte sich bewusst sein, dass nicht klar ist, ob die Zufälligkeit gut genug programmiert wurde. Wurde sie das nicht, kann ein Angreifer die Private Keys erraten. Schlimmer noch, kann es dazu kommen, dass man Opfer eines mehr oder weniger gut gemacht Betrugs – wie zB. iotaseed.co.

Ich habe schon beim ersten Versuch den Abschluss der Schienen, der die Plättchen im Inneren des Wallets halten soll, zu öffnen. Nach ein paar Minuten habe ich es dann doch aufbekommen, aber nicht ohne mir im Vorhinein den Schraubenkopf der dafür nötigen Schraube zu zerkratzen. Mein Fehler war hierbei, dass ich davon ausging, ein Schraubenzieher für Feinmechanik genüge, da es aber zu schwer gängig war rutschte ich ab und das Werkzeugstahl hat das Metall der Schraube zerkratzt.

Beim Plätchen einschieben, musste ich dann feststellen, dass diese Arbeit sehr mühsam ist. Zusätzlich empfiehlt das Wallet auch noch nicht alle sondern nur die ersten vier Buchstaben der Wörter in das Wallet einzuführen.

Dabei handelt es sich um eine sinnlose Tätigkeit da die zu verwendeten Worte leicht online zu finden sind und daher simpel rekonstruiert werden können.

Praxistauglich? Ja, aber …

Generell kann man das Produkt empfehlen. Das Wallet selbst ist sehr wertig gearbeitet. Die Buchstabenplätchen kommen mir sehr dünn vor. Das wirft die Frage auf, wie lange es bei welchen Temperaturen dauert, bis sich das Stahl komplett verformt. Cryptosteel selbst macht Werbung damit, dass sie hier sehr hohe Feuerbeständigkeit verkaufen. Ich bin mir dennoch nicht sicher, ob das Produkt rund 100€ wert ist. Ein BIP38 gelasertes Wallet mit einem Passwort ist da vielleicht die elegantere Lösung.

Prinzipiell neugierig und mit starkem Hintergrund in Informatik, bin ich Software-Entwickler bei Tag und Krypto-Enthusiast bei Nacht.

Über Martin Keiblinger 56 Artikel
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