Hashgraph – Tratsch über Tratsch

Hashgraph wird als Blockchain-Killer gehandelt. Selbst IOTA soll im Angesicht der angeblich überragenden Transaktionsgeschwindigkeiten erblassen.

Denn Hashgraph verspricht gleich mehrere hervorragende Dinge:

  • Sichere Kommunikation mit sgn. byzantinischen Fehlertoleranz
  • Schnelle und kostenlose Transaktionen
  • Korrektheit, Konsistenz und Integrität der Daten
  • Faire Kommunikation

Der folgende Artikel handelt davon was Hashgraph ist, wie es funktioniert und warum die Behauptungen stimmen aber von Blockchain-Killer keine Rede sein kann.

Hashgraph – Tratsch auf einer neuen Ebene

In der Schule gab es sie schon und vermutlich haben Sie immer noch so jemanden in Ihrem Freundeskreis: Die Tratschtante. Nicht zwangsläufig eine Frau aber auf jeden Fall immer top-informiert über den neuesten Klatsch und sofort bereit ihn weiter zu tragen. Sie können sich sicher sein, wenn Sie ihr den neuesten Büroklatsch erzählen, weiß am nächsten Tag jeder der mit der Tratschtante Kontakt hatte bescheid.

Hashgraph denkt dieses Prinzip noch einen Schritt weiter: Wenn Sie wissen, dass Ihre Tratschtante in Verbindung mit einer zweiten Tratschtante steht, weiß übermorgen auch deren Bekanntenkreis über die pikanten Liebschaften in Ihrem Büro bescheid. Um Information möglichst schnell zu streuen, müssen Sie gezielt an solche Tratschtanten die Neuigkeiten verteilen.

Im Gegensatz zur nicht so stillen Post des Büroklatsches hat Hashgraph einen großen Vorteil: Es kann angenommen werden, dass ein jeder Bekannter im Normalfall ehrlich ist und nicht versehentlich die Information verfälscht.

Hashgraph und Kommunikation, Fairness und Korrektheit

Das Hashgraph-Whitepaper definiert einen simplen Algorithmus: Jeder Teilnehmer im Netzwerk, synchronisiert regelmäßig seinen aktuellen Wissensstand mit einigen anderen zufällig ausgewählten Teilnehmer. Außerdem merkt er sich mit wem er getratscht hat und teilt auch dies bei jeder Synchronisation mit.

Um die Korrektheit der Neuigkeiten zu bestimmen, wird, ähnlich wie bei Bitcoin, mit digitalen Signaturen gearbeitet. Das besondere an Hashgraph ist das Versprechen, dass die Transaktionen anhand des First-In First-Out Prinzips geordnet sind. Es ist also nur der Zeitpunkt entscheidend an dem die Nachricht abgeschickt wurde und nicht eine etwaige Fee an Miner – denn weder Gebühren noch Miner gibt es im Netzwerk.

Um die Nachrichten ordnen zu können, muss ein Konsensus im Netzwerk zwischen den Teilnehmern hergestellt werden. Der naive Ansatz wäre, die Netzwerkteilnehmer abstimmen zu lassen. Bei nur 100 Teilnehmern im Netzwerk wären das bereits mindestens 10.000 Nachrichten.

Der Hashgraph-Algorithmus löst das auf, in dem die Abstimmungen nur virtuell durchgeführt werden. Da wir annehmen können, dass jeder Teilnehmer ehrlich ist, ist es zulässig, anzunehmen, dass auch alle im Bekanntenkreis eines Teilnehmers gleich abstimmen.

Eine jede Synchronisation teilt dem anderen Knoten mit welche Synchronisationen statt gefunden haben sowie welche Transaktionen dem Knoten bekannt sind. Um also zu wissen, wer von welchem Ereignis erfahren hat, wird eine Eigenschaft ermittelt, die im Whitepaper als strongly seeing definiert wird.

Auf Deutsch könnte man das als unübersehbar übersetzen. Es bedeutet, dass es eine direkte Kette des Tratsches zwischen Teilnehmer A und Teilnehmer F gibt, solange klar ist, dass A sich mit B, B mit C, C mit D, D mit E und E mit F synchronisiert hat. Die Information wer mit wem getratscht hat, wird in einer speziellen Datenstruktur gespeichert die zwischen den Teilnehmern im Netzwerk synchronisiert wird. Diese Datenstruktur ist der Hashgraph.

Sie ist platzsparend, da es unerheblich ist, was C mit E synchronisiert hat wenn ich den Wissensstand von A habe und nur enthält mit wem sich die Knoten synchronisiert haben.

Formale Logik und mathematische Beweise

Das Whitepaper trumpft mit einer reihe formaler Definitionen auf die dann herangezogen werden die Behauptungen im mathematischen Sinne zu beweisen. Das bedeutet, dass alle Angaben unter der Annahme bestimmter Bedingungen erfüllt sind.

Es ist also defakto möglich nicht nur eine totale Ordnung der Transaktionen zu ermitteln, sich der Konsistenz der Daten absolut sicher zu sein sondern das auch noch relativ schnell in einem Peer-to-Peer-Netzwerk ohne Transaktionskosten implementiert zu sehen.

Das große Problem daran ist allerdings, dass eine sehr wichtige Grundanahme ist, dass es möglich zu einem beliebigen Zeitpunkt zu wissen Welche Knoten im Netzwerke sind.

Beim ersten Mal lesen scheint das harmlos zu sein. Es wird nur erwähnt, dass es klar sein muss wer wen sieht und es nötig ist zu wissen wieviele Knoten es insgesamt gibt um bestimmte Eigenschaften zu errechnen und angenommen wird.

Faktisch bedeutet das allerdings:

Hashgraph ist kein dezentrales Netz da eine Zugangs- und Abtrittskontrolle mit Register nötig sind. Theoretisch kann das dezentral durchgeführt werden indem eine Ebene unter dem Hashgraph-Protokoll ein Protokol dafür sorgt, diese Informationen bereit zu stellen. Die immense Geschwindigkeit von Hashgraph – auch in großen Netzen – macht es unwahrscheinlich, dass das dezentral gelöst wird. Dieser Punkt wurde von Christoph Mertens in den Kommentaren angesprochen und er hat recht damit, dass das nicht unmöglich ist. Allerdings wäre es notwendig ebenfalls Paper über dieses Protokoll zu veröffentlichen damit die Grundanahmen die in den Papern über Hashgraph getroffen wurden, auch bewiesen werden können.

So wie Ripple? Wo kann ich kaufen!?

Hashgraph ist im Moment keine Kryptowährung. Es ist ein Algorithmus und ein sg. SDK um verteilte Systeme zu bauen. Im Gegensatz zu Ripple, die eine Blockchain-Lösung mit zentralem Register für die Validator-Knoten aufgebaut haben, und einen Token handeln, ist Hashgraph eine Technologie.

Das Unternehmen hinter Hashgraph nennt sich Swirlds Inc. und bietet das SDK gratis zum Ausprobieren an. Ich habe mir ihre Beispielanwendungen auf Github angesehen und finde, dass es nach einem netten Framework aussieht.

Allerdings sehe Hashgraph weniger in Konkurrenz mit Bitcoin, IOTA oder einer anderen Blockchain sondern mehr in Konkurrenz mit Lösungen für verteilte Systeme wie verschiedene Queue-Bibliotheken, Space-Based-Bibliotheken oder RMI-Bibliotheken.

Es gibt also keine Token zu kaufen. Es ist nur ein Stück fein ausgedachter Technologie.

Einsatzgebiete für Blockchains

Blockchains und verteilte Kryptosysteme generell, kennen drei verschiedene Anwendungsfälle:

  1. Private Blockchains
  2. Permissioned Blockchains
  3. Public Blockchains

Private Blockchains sind komplett abgeschottet. Die Kontrolle über diese Blockchain liegt bei dem Schöpfer. Das macht Sinn für Systeme die nach außen hin unerreichbar sein sollen, wie zB. Sensornetzwerke und erlauben es echte Low-Energy-Ansätze für die Sensorknoten zu wählen. (Im Gegensatz zu IOTA).

Public Blockchains sind völlig offen und definieren ein Protokoll an das sich jeder zu halten hat. Bitcoin ist der bekannteste Vertreter dieser Gruppe. Es steht jedem offen einen Mining-Knoten, Full-Node oder nur ein Wallet zu erstellen. Es gibt keine zentrale Stelle die den Stecker ziehen könnte oder einzelne Mitglieder ausschließen könnte.

Permissioned Blockchains sind eine Mischung aus diesen beiden Kategorien. Ripple ist der bekannteste Vertreter dieser Gruppe da die Validator-Knoten (in Bitcoin-Terminologie „Miner“) nur von Unternehmen betrieben werden können die vom Unternehmen Ripple autorisiert wurden. IOTA kann auch dazu gezählt werden solange die Firma noch den Coordinator-Node betreibt. (Auch wenn das ein Thema für Kontroversen ist, siehe IOTA is centralized, Reddit IOTA decentralized discussion, etc.) Interessant sind auch dezentralisierte Ansätze für permissioned Netzwerke wie zB. Sovrin. Dieser Distributed Ledger – der nicht als Blockchain aufgebaut ist – verteilt die Permissioning-Logik auf das Netzwerk über ein fest definiertes Protokol. Damit machen sich die Teilnehmer untereinander aus wem zu trauen ist und wem nicht. Fakt bleibt aber, das bestimmte Rollen im Netzwerk bei permissioned Blockchains hinter Zugangskontrollen versteckt bleiben. Diese werden zentral oder dezentral durchgeführt.

Besser als IOTA, Bitcoin und co?

Ob Hashgraph die bessere Lösung ist, muss anhand des Use-Cases entschieden werden. Ich habe hier einmal eine kleine Gegenüberstellung von IOTA, Bitcoin und Hashgraph gemacht. Sehen Sie und urteilen Sie selbst.

Hashgraph

IOTA

Bitcoin

Öffentlich

Nein

Ja

Ja

Zentralisiert

Ja

Teilweise

Nein

Verfügbarkeit der Technologie

Closed Source (mit Audits), Lizenzkosten

Open Source, gratis

Open Source, gratis

Transaktionsgeschwindigkeit

Schnell

Schnell beim Erstellen

Marktabhängig, schwankt ständig

IoT geeignet

Ja

Teilweise (nicht für low-energy)

Nein

Datenkonsistenz

Ja (eventual consistency)

Nein (nur hohe Wahrscheinlichkeit)

Nein (nur hohe Wahrscheinlichkeit)

Fälschungssicher

Ja

Ja

Ja

Transaktionskosten

Keine

Keine

Marktabhängig, schwankt ständig

Kurz zusammengefasst, heißt das für mich, dass IOTA, Bitcoin und Hashgraph jeweils Bereiche haben in denen Sie die Konkurrenz übertrumpfen. Wo welche Technologie zum Einsatz kommt muss also für jeden Einzelfall entschieden werden.

Sparplan für Kryptowährungen – Handarbeit mit Profit

Disclaimer: Die als Werbelink gekennzeichneten Anbieterlinks führen zu den Betreibern. Falls Sie sich nach dem Klick auf so einen Link registrieren, bekomme ich als Vermittler eine kleine Provision. Darum handelt es sich um Werbung. Das ändert nichts daran, dass ich diese Services genauso verwende wie im folgenden Text beschrieben.

Die Frage wie man seine Kryptowährung kaufen sollte, stellt sich jeder. Ich persönlich bin der festen Überzeugung, dass der Kryptomarkt wachsen wird. Allerdings tut er das nicht stetig. Ganz im Gegenteil! Die letzten Monate haben gezeigt, wie schnell Währungskurse in die Höhe schießen können und wie schnell sie auch wieder abstürzen können.

Meiner Meinung nach, haben alle Währungen mit einem ordentlichen Fundament ihren Token-Preis gesteigert. Bei der Beobachtungen der Kurse ist mir noch etwas aufgefallen: Ich bin nicht dazu in der Lage beurteilen zu können, wann etwas Hype ist und wann etwas wirklich ein solides technisches Fundament besitzt. Deshalb habe ich mir meine Strategie auf folgenden Überzeugungen aufgebaut:

  1. Der Kryptomarkt wird wachsen und den Wert bestimmter Token steigern.
  2. Kurzfristige und sehr massive Wertänderungen sind irrational und für mich unmöglich vorherzusagen.
  3. Ich wähle Kryptowährungen anhand ihres technischen Nutzens aus und bin dazu in der Lage das technische Fundament zu begreifen.

Daraus ergibt sich die klare Regel: All-In geht nicht. Ich weiß nicht wann ich viel zu teuer kaufe oder den Glücksgriff meines Lebens mache. Daher kaufe ich stetig nach und hoffe darauf, dass sich zu teuer gekaufte Token auf die lange Sicht mit den billig gekauften die Waage halten und ich durch den generellen Aufwärtstrend Profite mitnehmen kann.

Mein Kryptoanlageplan zusammengefasst

Aus den oben genannten Überzeugungen, habe ich mir folgenden Plan zurecht gelegt;

  • Ich kaufe jedes Monat für 50€ Kryptos. Bei diesen Fix-Käufen, kaufe ich entweder Ethereum oder Bitcoin.
  • Kryptowährungen denen ich eine Zukunft vorhersage (Ripple, Litecoin, Bitcoin, Ethereum, NEO, etc.) werden noch zusätzlich nachgekauft. Diese Zusatzkäufe werden durch kurzfristige Preisabfälle automatisch ausgelöst.

Graue Theorie in der Praxis

In der Praxis kaufe ich bei Coinbase(Werbelink), Bitpanda(Werbelink), BTC Direct und Kraken.

Kraken nutze ich zur Zeit auch, um automatisiert zu kaufen wenn der Kurs fällt. Diese Bestellungen nennt man im Trader-Jargon auch Orders bzw. Limit-Orders. Das Limit bzw. die Bedingung die zur Auslösung des Kaufs führt, ist eine Preisänderung.

Um das zu nutzen, legt man sich einen Account auf Kraken an, überweist eine bestimmte Menge an Euros auf den Kraken-Account und erstellt seine Regeln. Nachdem der Account verifiziert ist und die Euros aufgeladen sind, kann man auch schon damit beginnen die Order anzulegen. Dazu wählt man in der Navigationsleiste Trade und darunter New Order aus.

Danach bekommt man die einfachste Simple-Variante für eine Order-Erstellung angezeigt. In unserem Fall wechseln wir allerdings auf Advanced.

Dort klappt sich ein relativ großes Formular aus. Ich persönlich rechne lieber in Euro als Bitcoin und stelle von XBT (Bitcoin) auf EUR um.

Danach wähle ich aus, dass ich gerne für 100€ Bitcoin kaufen möchte. Buy-Order ist bereits vorausgewählt. Danach kann ich über den Limit-Preis bestimmen, wann ich tatsächlich kaufen möchte. Der Limitpreis kann relativ in Prozent angegeben werden oder absolut in Euro (bzw. BTC). In meinem Fall, möchte ich, dass sofort gekauft wird, wenn jemand 10% unterhalb des aktuellen Marktpreises Bitcoin verkauft. Daher wähle ich das Minus aus, tippe 10 ein und klicke auf das Prozentzeichen. Das sieht dann so aus:

Klickt man unten auf „Buy XBT with EUR“, bekommt man noch einmal eine Zusammenfassung.

Im besten Fall ist die Order nach der finalen Bestätigung erstellt. Warum im besten Fall? Aktuell hat Kraken technische Probleme die dazu führen, das man es viele Male probieren muss, bis die Order tatsächlich erstellt ist. Ich habe bereits ein Support-Tickent mit der Nummer 877087 erstellt.

Ist das garantierter Erfolg?

Hier handelt es sich um meine persönliche Strategie. Ich bin kein Finanz- bzw. Vermögensberater und dementsprechend nicht in der Lage Ihnen zu sagen, ob diese Strategie für sie die beste ist. Möglicherweise verstehen Sie etwas von technischer Chart-Analyse oder sind viel besser in der Kryptoszene vernetzt um schneller agieren zu können. Bitte nehmen Sie diesen Artikel nur als einen Diskussionsbeitrag wahr und nicht als Vermögensberatung.

Wie immer gilt: Diese Strategie verspricht keinen 100% Erfolg.

In einem Folge-Artikel werde ich noch ein Tool vorstellen, dass Sie die Performance dieser Taktik mit historischen Daten testen lässt.

Außerdem werde ich noch nach einer Empfehlung auf Facebook Coinbase mit GDAX testen.

Wenn Sie Anregungen, Fragen oder Kritik haben, zögern Sie bitte nicht und schreiben Sie einen Kommentar!

 

 

 

 

 

Marktkapitalisierung einer Kryptowährung – Was ist das?

Vor kurzem bin ich in einer FB-Gruppe auf eine Diskussion gestoßen, deren Inhalt mich vor allem verwirrt hat. Es ging darum, ob es besser sei ob der Token einer neuen Kryptowährung mehr oder weniger Euro wert sein soll.

Mein erster Impuls war die Feststellung: Das ist egal. Die Marktkapitalisierung bzw. auf Englisch Market Capitalization (kurz auch Market-Cap) bleibt ja gleich. Da ging dann die Diskussion los, dass es besser sei wenn ein Token mehr wert sei, da das insgesamt den Wert der Währung steigere.

Das ist Falsch! Doch während der Erklärung viel mir auf, dass es da tatsächlich einiges zu beachten gibt.

Marktkapitalisierung – wieviel ist die Währung wert?

Die Marktkapitalisierung ist der Gesamtwert einer Kryptowährung. Das bedeutet, es ist die Summe des Werts aller Token die eine Währung im Markt hat.

Die Formel dafür ist sehr simpel. Wenn N die Gesamtanzahl der Token einer Kryptowährung sind und w der Wert in Euro, dann ist die Marktkapitalisierung K gleich N * w.

K = N * w

Der Wert eines Tokens wird durch Angebot und Nachfrage definiert, womit es also eine zeitabhängige Funktion ist.

Das spannende bei Bitcoin ist, dass diese Definition gleich an zwei Stellen problematisch ist:

  1. Viele, viele Menschen habe durch ein Missgeschick ihre Keys zu den Wallets verloren. Diese Bitcoins sind unwiederbringlich verloren und können nicht weiterverkauft werden. Sie sind de facto wertlos da sie nicht gehandelt werden können.
  2. Bitcoins haben eine in die Währung eingebackene Maximalanzahl an Bitcoins. Allerdings sind wir dort noch lange nicht angekommen. Alle zehn Minuten wird ein neuer Block generiert und mit diesem Block werden auch neue Bitcoins erzeugt. Damit ändert sich ständig die Anzahl der Bitcoins.

Das bedeutet, unser N ist eigentlich ein zeitabhängiger Funktionswert. Dieser setzt sich aus der Anzahl der handelbaren bzw. verwendbaren Token und der Anzahl derer, deren Zugang verloren ist, zusammen.

N(t) = N_verwendbar(t) + N_verloren(t)

Das heißt: die korrekte Formel wäre:

K(t) = N_verwendbar(t) * w(t)

Spannend ist dieser Punkt, da w(t) zwar einfach zu bestimmen, N(t) aber unmöglich zu ermitteln ist. Es ist möglich die aktuell verfügbare Anzahl auszurechnen. Außerdem definieren deflationäre Währungen wie Bitcoin auch die Obergrenze für verfügbare Token. Allerdings ist es unmöglich zu wissen, wieviele Token verloren sind.

Manchmal wissen Betroffene nicht einmal mehr, dass sie ihre Zugangsdaten verloren haben. Durch den dezentralen Aufbau gibt es keine zentrale Instanz, die durchzählen kann.

Defakto ist der theoretische Wert eines Bitcoins größer als der aktuelle Marktwert, da das Angebot kleiner ist als es die reinen Zahlen von N(t) suggerieren.

Warum wird die Marktkapitalisierung nicht größer mit dem Token-Wert?

Der Preis steigt mit der Nachfrage, wenn dem ein gleichbleibendes bzw. sinkendes Angebot gegenüber steht. Wenn die Nachfrage konstant ist und das Angebot steigt, sinkt dementsprechend der Preis.

Im Falle unserer Marktkapitalisierung bedeutet das, dass der Preis für einen Token verhältnismäßig steigt bzw. sinkt wenn die Nachfrage konstant bleibt aber die Gesamtanzahl der Tokens verändert wird.

Bitcoin? Größerer Token-Wert, größere Marktkapitalisierung!

Im Falle von Bitcoin hat sich die Marktkapitalisierung von knapp 16 Milliarden Dollar auf beinahe 120 Milliarden Dollar hochgeschraubt.

Fakt ist, dass mit jedem neuen Block neue Bitcoin generiert werden. Das sind am Tag immerhin 1.800 BTC! Auf’s Jahr gesehen, sind das 657.000 BTC. Theoretisch, sollte das ständig für Inflation sorgen. Das heißt, bei konstanter Nachfrage würde ein steigendes N(t) automatisch den Wert von w(t) sinken lassen. Das ist Inflation.

Jedoch ist die Nachfrage überproportional gestiegen, so dass w(t) sogar noch gestiegen ist!

Ein Wirken der freien Kräfte!

Unregulierter Wilder Westen. So oder so ähnlich kommt mir die Krypto-Welt im Moment vor. Dementsprechend, kann sich der Kapitalismus in all seinem Schrecken aber auch all seinem Glanz präsentieren.

Nachdem ich nun all das geschrieben habe, ist mir klar geworden, dass es tatsächlich nicht so trivial ist, wie sich der Preis entwickelt. Dafür gibt’s einfach zuviele Faktoren die, die Preiskurve beschreiben.

Zusammengefasst: Neue Währung – Konstante Nachfrage

Wenn eine neue Währung die Bühne betritt, so ist die Nachfrage Euro in diese neue Währung zu tauschen konstant. Dementsprechend ändert der Preis für einen Token nichts an der Marktkapitalisierung.

 

Geschichtenzeit: Die eigene Fehlbarkeit oder warum Sie ein Dummkopf sind

Gestern bin ich über einen Reddit-Post gestolpert, in dem der Autor die Geschichte seines Vermögenverlusts erzählt. Der Mann, dessen Selbstmitleid auch aus einem kurzen Youtube-Video tropft, erzählt über ein paar wenige Absätze hinweg wie er in eine Spirale aus Panik und Verlustangst stolperte und so schlussendlich 18.000 kanadische Dollar verlor. Zuerst waren es normale Kursschwankungen und anschließend Ponzi-Schemes, die dem Mann sein Geld nahmen.

Es ist nicht klar, ob der Autor tatsächlich so aufmerksamkeitsbedürftig ist oder ob es sich um einen Scammer handelt, der das Mitleid anderer ausnützen möchte um Cryptos abzustauben. Allerdings ist die Geschichte so oder so glaubhaft.

Ignoranz und Arroganz kosten Geld

Allerdings, wer lässt sich schon so über‘s Ohr hauen? Das passiert ausschließlich Dummköpfen!

Ich bin nach wie vor dieser Überzeugung. Allerdings habe ich etwas erkannt: Die Idee, dass man immer, überall und in jedem Zustand, völlig klar im Kopf ist, ist illusorisch.

In meinem Fall war diese Arroganz und die Ignoranz dem Verkaufsgeschick von Druckverkäufern gegenüber, 200 USD teuer.

Während eines Karibikurlaubs, bereits angeschickert – wenn nicht ein wenig mehr – schlenderte ich nach dem Abendessen mit meiner Freundin durch die Anlage. Einige Wanderverkäufer stellten gerade ihre Stände auf. Die perfekte Gegelegenheit billigen Tand als Mitbringsel zu kaufen. Da es noch kurz dauerte, konnte man sich in der Zwischenzeit noch einen Cocktail genehmigen.

Als wir dann durch das Spallier der Verkaufsstände flanierten, fiel mir ein Stand mit Holzanhängern auf. Daneben befand sich ein Rumstand.

Mein Interesse fiel sofort auf einen alten Rum und ein paar Holzspielsachen. In dem Moment sprachen dann gleich mehrere Dinge gegen mich:

  • Ich war betrunken.
  • Ich musste von USD auf EUR umrechnen. Zu meinem Pech hatte ich auch noch die Landeswährung einstecken, die ich noch loswerden musste.
  • Ich hatte und habe nicht viel Ahnung von Rum. War aber so eingewickelt von der etwas unterwürfigen Art des Verkäufers, dass ich das nicht zeigen wollte.

Lange Rede kurzer Sinn: Ich habe ca. 260 USD für zwei Flaschen Rum und ein paar Anhänger mit geschnitzten Holzfiguren ausgegeben. Warenwert ca. 60 USD.

Am nächsten Tag beim Frühstück, als wir zusammenrechneten wieviel denn das nun tatsächlich gekostet hatte, wies mich meine Freundin freundlich aber bestimmt daraufhin, dass der dunkelhäutige Mann mit dem breitem Grinsen, ein sehr gutes Geschäft gemacht hatte.

Das Tier im Manne

Freud hat in Das Unbehagen der Kultur geschrieben, dass der Mensch sein Leben grundsätzlich an zwei Absichten ausrichtet:

  • Lustgewinn
  • Leidvermeidung

Welche dieser Absichten die wichtigere Rolle im eigenen Leben spielt, ist eine Temperamentfrage und nicht generell zu beantworten. Zu wissen welcher dieser Motivationen man eher zugeneigt ist, ist wichtig.

Ein guter Verkäufer versucht dies im Gespräch zu erfragen und daran fest zu machen wie er den Nutzen seiner Produkte präsentiert. In Wien gibt es das Sprichwort „Die Gier ist ein Hund.“, welches meint, man weiß nie, wie es einen packt, man weiß allerdings, dass es jederzeit passieren kann.

Zb. Bitconnect, das als Pyramidensystembetrug verschrien ist, versucht mit astronomisch hohen Renditversprechungen seine Opfer anzulocken. Das ist einfach und effektiv. Da sowohl der Lustsuchende wie auch der Leidvermeider angezogen wird: Hohe Rendite der eigenen Investition hat viel lustvolles. Gleichzeitig, ist die Angst etwas zu verpassen (FOMO) ein scheußliches, panikartiges Gefühl. Um bei der Terminologie von
Freud zu bleiben: Das Es schaltet das Ego aus und übernimmt mit niederen Trieben. Von rationalen Überlegungen ist da weit und breit nichts zu sehen.

Reflexion und Bescheidenheit als Gegenmittel

Ich persönlich, habe erst dieses Jahr begonnen mich mit Kryptowährungen zu beschäftigen. Anfang März fing ich an mich für Ethereum zu interessieren. Mir war sofort klar, dass die technische Grundlage tragfähig ist und das Potential – zumindestens für mich – unabschätzbar groß ist.

Also dachte ich mir: Ich kauf mir einmal 3 Ether. Das sind weniger als 150€, wenn die weg sind ist‘s auch nicht so schlimm.

Als ich dann began mich bei den Portalen anzumelden und zuerst an den unfreundlichsten Mitarbeitern der Welt scheiterte (Thanks, IDNow) um meinen Account zu verifizieren, gingen noch Monate in‘s Land befor ich für den ersten Kauf bereit war. Als ich dann endlich kaufen konnte, war der Kurs bereits bei 150€ pro Ether.

Dieses Gefühl, da jetzt nicht dabei zu sein, war furchtbar. Ich hatte den Impuls sofort all mein Geld hinein zu pumpen. Ich widerstand. Auch wenn ich den Impuls noch hatte als der Kurs bei über 300€ war und in vielen Online-Medien von kurzfristigen Kursen jenseits der 800 USD die Rede war.

Da lernte ich: FOMO und das Bedürfnis bei steigenden Kursen nachzukaufen ist sehr stark in mir.

Als die Kurse dann fielen und auch manche meiner Käufe deutlich ins Minus rutschten (double-digit shrink), lies mich das völlig kalt.

Ich hatte mir von Anfang an die Regel gesetzt stur nach meinem monatlichen Investmentplan zu kaufen und frühestens in fünf Jahren zu verkaufen. Das Geld, welches ich monatlich einsetze ist Spielgeld. Wenn es weg ist, ist es weg. Kryptos sind hochspekulativ und sollten meiner Meinung nach nicht die Basis für die eigene Vermögensanlage sein. Das war mir von Anfang klar.

Da lernte ich: Fallende Kurse sind mir egal. Diese Signale finden keine Leiterbahnen in mir.

Für mich war wichtig, dass ich mir jedes Mal vor einem Kauf über meine aktuelle Gefühlslage klar wurde und überlegte wo diese Emotionen her kamen. Denn gerade als die Kurse hochschossen, waren die Emotionen sehr stark und die Überlegung da nicht nur Spielgeld einzusetzen groß.

Wissen über den eigenen Geist

Jordan B. Peterson, hat in einem Interview gesagt, dass das geordnete, zivilsierte Verhalten von Menschen nicht der Naturzustand sei. Es ist viel mehr ein Wunder, dass es möglich war, so viele Faktoren in einen optimalen Zustand zu bringen, damit alltägliche Probleme mit klarem Kopf anstatt des Faustkeils gelöst werden. Das Trivialbeispiel ist, dass ein fallender Blutzuckerspiegel das Aggressionspotential anheben kann. Umgangsprachlich auch hangry genannt.

Umso mehr man über solche psychosomatischen aber auch psychischen Zusammenhänge weiß, umso besser kann man sich gegen irrationale Impulshandlungen schützen.

Einen sehr interessanten Überblick über solche psychologischen Mechanismen, gerade puncto Investing, bietet der Finanzwesir rockt Podcast mit Folge 41.

Sehr empfehlen kann ich – auch unabhängig von Investing – die Folge 98 des Jocko Podcasts. Ein Podcast über Führung und Disziplin eines ehemaligen Navy-Seal-Kommandanten. In Folge 98 hat Jocko Jordan B. Peterson zu Gast und spricht mit ihm über Disziplin und welche Lebensweise den eigenen Geist stark und resilient macht

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, wie Jocko Willink in seinem Buch Extreme Ownership(Werbelink)seinen Problemlösungsansatz erklärt. Der Mann erklärt darin den wortwörtlich kampferprobten, Ansatz sich aus seinem Körper heraus zu denken um die Situation aus der Vogelperspektive zu beurteilen. Klingt leichter aber auch esoterischer als es in der Praxis ist.

Werbung

Der Populärphilosoph Richard David Precht lieferte mit seinem Buch Wer bin ich – und wenn ja wie viele?(Werbelink) Ein tolles Einstiegsbuch mit vielen Literaturverweisen auf die verschiedenen Quellen, wenn es um die Charakterbildung und Psyche geht. Spannend ist dabei das Konzept, dass man verschiedene Interessen im eigenen Charakter vereint die auch gegeneinander kämpfen und in verschiedene Richtungen streben. Es gibt mit Richard David Precht auch interessante Interviews auf Youtube zu sehen wie zB. mit das mit Peter Voß. Generell ist es mir eine Freude Precht eine Freude zuzuhören, da der Mann eine sehr angenehme aber auch klare Art hat sich zu artikulieren.

Werbung

Ich stöberte schon als 16-Jähriger gerne in Psychologie- und Philosophiebüchern. Das bildet für mich die Grundlage mit möglichst gut auf Herausforderungen vorzubereiten. Funktioniert häufig aber manchmal auch nicht – wie zB. im Karibikurlaub.

Seien Sie sich bewusst: Die richtigen inneren und äußeren Zustände vorausgesetzt, wird der Moment kommen, in dem Sie wie ein Dummkopf handeln. Sie haben es in der Hand, die Möglichkeiten zum Dummkopf zu werden so unwahrscheinlich wie möglich zu machen.

ASICs und GPU-Arrays? Browser-Power!

Mit Coinhive und Inwemo gibt es zwei Anbieter, die es einem erlauben eine Website ohne Werbung zu monetarisieren. Das Prinzip ist einfach: Der Besucher stellt die Rechenleistung seines Computers über seinen Browser zur Verfügung um Hashes zu generieren. Im Vergleich zu der Rechenpower eines ASICs oder eines Arrays von Grafikkarten, ist das lächerlich. Allerdings macht Kleinvieh auch Mist und so soll sich das in der Masse wieder auszahlen.

Im September bekam das Thema mehr Aufmerksamkeit, da Pirate Bay das getan hat ohne den Benutzer um Erlaubnis zu bitten. Ich für meinen Teil verabschäue so linke Turen und habe deshalb ein kleines Projekt gestartet, dass den Benutzer um Erlaubnis bittet. Erst wenn der Benutzer eingewilligt hat, wird das Skript eingebunden und gestartet. Der Dialog ist am Anfang der Seite positioniert.

 

Das ganze bleibt nach wie vor freiwillig. Ich würde mich dennoch freuen, wenn jeder Besucher ein paar Minuten Rechenzeit zur Verfügung stellt während er bzw. sie sich hier umsieht. Wie immer gibt es meine Skripte gratis und frei verfügbar zum freien Gebrauch: Coinhive-Integration

Segwit2x – Keine Zeugen zurück lassen

Es gibt gerade eine hitzig geführte Debatte ob Segwit2x verwendet werden soll oder nicht. Es tun sich viele Fragen auf: Ist es technisch eine gute Lösung? Wie würde es sich wirtschaftlich auswirken? Spricht das gegen oder für die Bitcoin Philosophie?

Um das zu verstehen, muss allerdings erst verstanden werden was den Segwit Version 1 überhaupt bedeutet für Bitcoin.

Früher war alles … fetter

Transaktionen in Bitcoin sind eine interessante Datenstruktur. Sie bestehen aus einer Liste von Quellen und einer Liste von Zielen für den Bitcoin-Fluss. Doch diese Quellenangaben und Zielangaben enthalten nicht nur den Betrag der transferiert werden soll.

Eine Zielangabe in der Transaktion, in Bitcoin-Terminologie VOUTs, beinhaltet neben der zu transferierenden Menge, auch ein Rätsel. Jeder der dieses Rätsel lösen kann darf die Bitcoins ausgeben. Am einfachsten stellt man sich das als Zahlenschloss an einer Schatztruhe vor. Es ist dem Schloss völlig egal wer die Zahlenkombination eingibt, sobald sie richtig eingegeben wird, geht das Schloss auf.

Die Quellangaben, in Bitcoin-Terminologie VINs, beinhalten des Rätsels Lösung. Durch die Lösung wird jedem der die Transaktion validiert bewiesen, dass der Transaktionsender tatsächlich Zugriff auf die noch nicht ausgegebenden Schätze hinter dem Zahlenschloss hat. Diese noch nicht ausgegebenden Schätze nennt man in Bitcoin-Terminologie Unspend Transaction Output.

Die Lösung des Rätsels, also der Beweis, dass man über die Bitcoin verfügen darf, wird auch „Zeuge“ genannt. Im übertragenen Sinn handelt es sich dabei um Beweise die bezeugen dass man das Geld ausgeben darf.

Technisch betrachtet, sind Zeugen Programmparameter für Smart Contracts die auf der Bitcoin-Blockchain ausgeführt werden. Der Smart Contract wird in der Programmiersprache Bitcoin Script geschrieben.

Die Parameter sind lange Ketten von Zeichen die häufig von geheimen Schlüsseln (Private Keys) generiert werden. Die Ketten sind lang und verbrauchen daher viele Bytes. Diese Bytes tun schnell weh, wenn nur eine Blockgröße von einem Megabyte zur Verfügung steht.

Segwit – Oldies und Jugend vereint

Segwit steht für „Segrageted Witness“ und meint, dass die Zeugen von den Transaktionen abgespalten werden. Die Zeugen zu einem VIN können über zusätzliche Nachrichten abgerufen werden, verbrauchen allerdings keinen Platz mehr in der Transaktion bzw. im Block selbst.

In den letzten Wochen liest man häufig von einem Hardfork und welche ernsten Folgen ein solcher haben könnte. Im Falle von Segwit handelt es sich nicht um einen Fork, da die Änderung abwärtskompatibel ist.

Für Knoten im Bitcoin-Netzwerk die Segwit nicht implementieren, sehen Segwit-Transaktionen merkwürdig aber trotzdem gültig aus. Die alte Versionen der Knoten erkennen den Verweis auf den außerhalb liegenden Zeugen nicht. Sie sehen stattdessen nur den Hinweis das jeder auf den Schatz zugreifen kann, wenn er möchte.

Durch dieses Vorgehen wird Platz gespart und zwar soviel, dass nun dank Segwit doppelt so viele Transaktionen pro Block möglich sind wie ohne.

Segwit-Transaktionen sind deutlich leicht gewichtiger als die regulären Transaktionen. Erfordern aber zusätzliche Kommunikation mit dem Netzwerk wenn eine Transaktion validiert werden soll. Durch diesen Mehraufwand wird mehr Platz im Block geschaffen.

Segwit2x – Ohne Hardfork geht‘s nicht

Segwit2x ändert das Protokoll und führt dazu, dass alte Knoten nicht mehr mitreden können. Für diese wären neue Segwit2x Transaktionen aufgeblasener Unsinn den man am besten verwirft. Wie der Name andeutet, handelt es sich bei der Änderung um die Erhöhung auf 2MB pro Block. Das 2x steht für die Verdopplung der aktuellen Blockgröße.

Wann es dann wirklich los geht, hängt auch von den Signalen

Na und, ist das nicht viel Trubel um Nichts?

Ursprünglich wurde das ganze im März 2017 in der bitcoin-dev Mailing List von Sergio Demian Lerner vorgeschlagen. Der Vorschlag basiert auf einem Bitcoin Improvement Proposal und kann in BIP 102 nachgelesen werden. Wie auch in der Mailing-List nachzulesen ist, gab es von Anfang an in der Core-Developer-Community Widerstand gegen einen Hardfork.

Durch diese Uneinigkeit, entwickelte eine Gruppe der Core-Developer ohne die 2MB Blockgröße weiter und eine Gruppe baute Software die, die 2 MB Blockgröße enthält. Die Basis für diesen Software-Fork ist Version 0.14 des Bitcoin Core Projekts.

Seit Anfang gibt es rund um Segwit2x gibt es viele Diskussionen, die teilweise auch sehr hitzig geführt werden. Die Kritik an Segwit2x reicht vom Aufzeigen technischer Defizite hin zu Ärger über die politische Lobby hinter Segwit2x, aber auch über den Verrat an den philosophischen Grundlagen einer dezentralen Kryptowährung.

Bereits die erste Antwort auf die initiale Ankündigung in der Mailing-List war eine entsprechende Kritik. Ernst sind vor allem die Sicherheitsbedenken wie zB. die schwache Replay-Protection oder die Gefahr von DOS-Attacken.

Was heißt das für uns Bitcoin-Halter?

Defakto ist gerade ein politischer Konflikt zwischen mehreren, sehr einflussreichen Parteien ausgebrochen. Egal wer gewinnt, es wird hier auch große Verlierer geben. Ich persönlich frage mich, ob die Querelen nicht insgesamt Bitcoin schaden könnten.

Der Kryptomarkt ist im Vergleich zum normalen Finanzmarkt klein und Bitcoin, als älteste der Top 10 Währungen, gibt auch vor wie sich der restliche Markt entwickelt. Ich vermute kurzfristig wird es rund gehen …

Neue Seite: Literatur- und Web-Tipps

Ich habe die für mich wichtigsten Quellen rund um das Thema Blockchain-Technologien zusammen getragen und in eine Seite gegossen. Sie wird ständig aktualisiert und ich plane sie auch mit Youtube-Kanälen und ähnlichem zu erweitern. Die Literatur- und Web-Tipps finden Sie auf der Seite Literatur- und Web-Tipps.

PS: Entschulidgung für das Ausbleiben des Artikels letzte Woche. Es ist im Moment soviel los, auch in der Kryptowelt, dass mich die Informationsübermacht in einer Schockstarre zurück gelassen hat. Nächste Woche, pünktlich vor dem möglichen SegwitX2-Hardfork, werde ich darüber schreiben, was es damit auf sich hat.

Neue Seite: Übersicht über Krypto-Währungen

Wie schon letzte Woche, habe ich diese Woche wieder etwas größeres gebaut. Im Gegensatz zur Überblicksseite von letztes Mal, habe ich dieses Mal ein kleines Tool gebaut, dass es einem erlaubt Kryptowährungen miteinander zu vergleichen. Die aktuelle Version ist ein Prototyp und enthält statische Daten vom 30.09.2017. Bei positivem Feedback, werde ich es ausbauen, damit die Daten einmal täglich aktualisiert werden.

Das Tool findet ihr hier: Übersicht über Kryptowährungen

Das Tool ist Open Source und auch als Source-Code auf Github erhältlich.

Qtum – Ein Quantensprung von Bitcoin zu Ethereum?

Als Informatiker interessiert mich vor allem die Technologie hinter einer Krypto-Währung. Mit IOTA habe ich bereits eine sehr spannende Entwicklung vorgestellt. Qtum auf der anderen Seite ist nicht weniger spannend, aber hier wird versucht zwei Blockchain-Ansätze zu verheiraten die auf den ersten Blick inkompatibel wirken.

Das Ziel von Qtum ist es das Transaktionsmodell von Bitcoin mit den Smart-Contract-Möglichkeiten von Ethereum zu verheiraten.

Bitcoins Stärken

Bitcoin ist überraschend komplex und beeindruckend anders. Bitcoin schert sich nicht darum, von welchem Konto eine Überweisung kommt. Die Transaktion besteht aus mehreren Eingängen und mehreren Ausgängen.

Das Exotische daran ist, dass ein jeder Ausgang vefügbare Mittel darstellt. Zugriff darauf hat nicht ein bestimmtes Konto bzw. der Besitzer eines bestimmten Kontos, sondern jeder der beweisen kann, dass ihm die Mittel gehören.

Dieser Beweis wird in der Form von Programmparametern erbracht. Ein jeder Transaktionsausgang definiert ein kleines Programm bzw. ein kleines Skript. Derjenige, der die nötigen Eingaben dafür hat, die dazu führen, dass das Skript fehlerfrei ausgeführt werden kann ist berechtigt sie zu verwenden.

Das spannende dabei ist: Wenn man alle diese Ausgänge in einer Tabelle speichert, muss man nicht die gesamte Blockchain speichern um zu sehen wer wieviel Geld ausgeben darf.

Das nennt sich „Unspend Transaction Output“ (UTXO) und wird in einer relativ kleinen Datenbank gespeichert die, die Bitcoin-Wallets verwenden können um zu ermitteln wie es am eigenen Konto aussieht.

Das geht schnell und braucht wenig Speicher.

Ethereums Stärken

Ethereum handhabt Überweisungen gänzlich anders. Im Gegensatz zu Bitcoin fließen dort Transaktionen von einem Konto zum nächsten. Konton können dabei entweder Personenkonten sein die von einem Menschen über eine Wallet-App gesteuert werden oder um ein Smart-Contract-Konto.

Da die Transaktionen zwischen Konten stattfinden muss ein Peer immer alle Blöcke und Transaktionen durchforsten um den Kontostand ermitteln zu können. Das ist langsam und speicherintensiv.

Doch dafür wartet Ethereum mit einer sehr mächtigen Plattform für Smart-Contracts auf. Es ist möglich beliebig komplexe Programme als Smart-Contract verteilt auf der Ethereum-Blockchain laufen zu lassen.

Da es aufwendig sein kann diese Berechnung durchzuführen, sind die Kosten für eine Transaktion variabel und von der Komplexität des Programm-Codes abhängig. Diese Betriebskosten nennt man bei Ethereum Gas.

Qtum verheiratet beide Stärken

Qtum versucht die Stärken beider Blockchains zu vereinen und baut auf der Technologie von Ethereum auf. Alle Programmierwerkzeuge sind daher zwischen Ethereum und Qtum kompatibel.

Qtum zieht allerdings einen sg. Abstraktions-Layer ein um das Konzept des UTXO-Index mit dem Account-basierten Transaktionen vereinen zu können.

Zusätzlich setzt Qtum nicht auf Proof-of-Work zum Blockerzeugen, so wie es Bitcoin und Ethereum tun, sondern auf Proof-of-Stake. Das erlaubt eine rasche Abwicklung und spart Energie.

Technisch bohrt Qtum die Skriptsprache hinter Bitcoin auf um Ethereum-Smart-Contracts damit aufrufen zu können. Die Erweiterungen werden mit Zusatzkomplexität bezahlt.

Damit kann Qtum die Geschwindigkeit von UTXO-Systemen mit der Vielseitigkeit der Ethereum-Smart-Contracts vereinen.

Wo Licht, da auch Schatten …

Alle Schwächen der Mächtigkeit der Ethereum-Smart-Contracts die Hacks wie den DAO-Hack möglich machten gelten auch für Qtum. Zusätzlich gibt es noch die Komplexität des Abstraktions-Layers darauf.

Die im Whitepaper breit ausgetretene Möglichkeit per Prozessdefinition (sg. Smart Contract Lifecycle Management) die Smart-Contracts zwischen den handelnden Parteien auszumachen, täuscht auch nicht über die Tatsachen hinweg, dass das reines Wunschdenken und im besten Fall Zukunftsmusik ist.

Das würde voraussetzen, dass Qtum:

  • Bekannt und anerkannt in den verschiedensten Industriebranchen ist
  • Die Juristen dazu in der Lage sind halbautomatisch rechtlich bindende Verträge in Ethereum kompatible EVM-Smart-Contracts zu wandeln.

Beides ist weder kurz- bis mittelfristig gegeben noch abschätzbar wie wahrscheinlich das Erreichen dieser Ziele ist.

Fazit als Nicht-Investor

Im Moment hadere ich noch mit mir. Das Whitepaper enthält eine hervorragende technische Ausarbeitung. Das Wunschdenken hinter dem Smart Contract Lifecycle Management täuscht nicht über die Tatsache hinweg, dass sie vor allem Ethereum auf dessen eigenen Gebiet schlagen müssen: Smart Contracts.

Wenn man in Buterins Blog oder dem Polkadot-Whitepaper stöbert, wird aber klar, dass auch die Macher hinter Ethereum exzellente Ingenieure werken lassen.

Ich werde kurzfristig Nicht-Investor bleiben und das weiter beobachten.