Qtum – Ein Quantensprung von Bitcoin zu Ethereum?

Als Informatiker interessiert mich vor allem die Technologie hinter einer Krypto-Währung. Mit IOTA habe ich bereits eine sehr spannende Entwicklung vorgestellt. Qtum auf der anderen Seite ist nicht weniger spannend, aber hier wird versucht zwei Blockchain-Ansätze zu verheiraten die auf den ersten Blick inkompatibel wirken.

Das Ziel von Qtum ist es das Transaktionsmodell von Bitcoin mit den Smart-Contract-Möglichkeiten von Ethereum zu verheiraten.

Bitcoins Stärken

Bitcoin ist überraschend komplex und beeindruckend anders. Bitcoin schert sich nicht darum, von welchem Konto eine Überweisung kommt. Die Transaktion besteht aus mehreren Eingängen und mehreren Ausgängen.

Das Exotische daran ist, dass ein jeder Ausgang vefügbare Mittel darstellt. Zugriff darauf hat nicht ein bestimmtes Konto bzw. der Besitzer eines bestimmten Kontos, sondern jeder der beweisen kann, dass ihm die Mittel gehören.

Dieser Beweis wird in der Form von Programmparametern erbracht. Ein jeder Transaktionsausgang definiert ein kleines Programm bzw. ein kleines Skript. Derjenige, der die nötigen Eingaben dafür hat, die dazu führen, dass das Skript fehlerfrei ausgeführt werden kann ist berechtigt sie zu verwenden.

Das spannende dabei ist: Wenn man alle diese Ausgänge in einer Tabelle speichert, muss man nicht die gesamte Blockchain speichern um zu sehen wer wieviel Geld ausgeben darf.

Das nennt sich „Unspend Transaction Output“ (UTXO) und wird in einer relativ kleinen Datenbank gespeichert die, die Bitcoin-Wallets verwenden können um zu ermitteln wie es am eigenen Konto aussieht.

Das geht schnell und braucht wenig Speicher.

Ethereums Stärken

Ethereum handhabt Überweisungen gänzlich anders. Im Gegensatz zu Bitcoin fließen dort Transaktionen von einem Konto zum nächsten. Konton können dabei entweder Personenkonten sein die von einem Menschen über eine Wallet-App gesteuert werden oder um ein Smart-Contract-Konto.

Da die Transaktionen zwischen Konten stattfinden muss ein Peer immer alle Blöcke und Transaktionen durchforsten um den Kontostand ermitteln zu können. Das ist langsam und speicherintensiv.

Doch dafür wartet Ethereum mit einer sehr mächtigen Plattform für Smart-Contracts auf. Es ist möglich beliebig komplexe Programme als Smart-Contract verteilt auf der Ethereum-Blockchain laufen zu lassen.

Da es aufwendig sein kann diese Berechnung durchzuführen, sind die Kosten für eine Transaktion variabel und von der Komplexität des Programm-Codes abhängig. Diese Betriebskosten nennt man bei Ethereum Gas.

Qtum verheiratet beide Stärken

Qtum versucht die Stärken beider Blockchains zu vereinen und baut auf der Technologie von Ethereum auf. Alle Programmierwerkzeuge sind daher zwischen Ethereum und Qtum kompatibel.

Qtum zieht allerdings einen sg. Abstraktions-Layer ein um das Konzept des UTXO-Index mit dem Account-basierten Transaktionen vereinen zu können.

Zusätzlich setzt Qtum nicht auf Proof-of-Work zum Blockerzeugen, so wie es Bitcoin und Ethereum tun, sondern auf Proof-of-Stake. Das erlaubt eine rasche Abwicklung und spart Energie.

Technisch bohrt Qtum die Skriptsprache hinter Bitcoin auf um Ethereum-Smart-Contracts damit aufrufen zu können. Die Erweiterungen werden mit Zusatzkomplexität bezahlt.

Damit kann Qtum die Geschwindigkeit von UTXO-Systemen mit der Vielseitigkeit der Ethereum-Smart-Contracts vereinen.

Wo Licht, da auch Schatten …

Alle Schwächen der Mächtigkeit der Ethereum-Smart-Contracts die Hacks wie den DAO-Hack möglich machten gelten auch für Qtum. Zusätzlich gibt es noch die Komplexität des Abstraktions-Layers darauf.

Die im Whitepaper breit ausgetretene Möglichkeit per Prozessdefinition (sg. Smart Contract Lifecycle Management) die Smart-Contracts zwischen den handelnden Parteien auszumachen, täuscht auch nicht über die Tatsachen hinweg, dass das reines Wunschdenken und im besten Fall Zukunftsmusik ist.

Das würde voraussetzen, dass Qtum:

  • Bekannt und anerkannt in den verschiedensten Industriebranchen ist
  • Die Juristen dazu in der Lage sind halbautomatisch rechtlich bindende Verträge in Ethereum kompatible EVM-Smart-Contracts zu wandeln.

Beides ist weder kurz- bis mittelfristig gegeben noch abschätzbar wie wahrscheinlich das Erreichen dieser Ziele ist.

Fazit als Nicht-Investor

Im Moment hadere ich noch mit mir. Das Whitepaper enthält eine hervorragende technische Ausarbeitung. Das Wunschdenken hinter dem Smart Contract Lifecycle Management täuscht nicht über die Tatsache hinweg, dass sie vor allem Ethereum auf dessen eigenen Gebiet schlagen müssen: Smart Contracts.

Wenn man in Buterins Blog oder dem Polkadot-Whitepaper stöbert, wird aber klar, dass auch die Macher hinter Ethereum exzellente Ingenieure werken lassen.

Ich werde kurzfristig Nicht-Investor bleiben und das weiter beobachten.

IOTA – ein spannendes Durcheinander

IOTA verfolgt einen spannender Ansatz für seine Krypto-Währung. IOTA kommt völlig ohne der Organisationseinheit „Block“ aus und ist damit keine Blockchain.

IOTA organisiert die Transaktionen als Netzwerk von auf sich zeigenden Transaktion. Jede neue Transaktion zeigt auf zwei zuvor geschehene Transaktionen und „validiert“ diese. In einer regulären Blockchain wurde die Aufgabe der Autorisierung, Validierung und Integritätsprüfung der Miner übernehmen. Bei IOTA wandert diese Aufgabe zu einer jeden einzelnen Node.

Die Vorteile auf einen Blick

Transaktionen sind sehr schnell im Netzwerk eingegliedert!

Im Gegensatz zu den großen Playern unter den Krypto-Währungen wie Bitcoin oder Ethereum, ist ein jeder Knoten im Netzwerk gleichwertig. Es gibt keine Sonderrolle für Mining-Knoten. Bei einer Blockchain muss der Absender warten bis die Transaktion von einem Miner in einen Block eingegliedert wird und bis dieser Block von den anderen Netzwerkteilnehmern akzeptiert wird. Diese Blöcke sind so angeordnet, dass ein neuer Block auf einen alten zeigt. Jeder Block hat nur einen Vorgänger. Daraus ergibt sich die Blockchain bzw. Block-Kette.

Was bei Bitcoin die Blockchain ist, ist bei IOTA der Tangle. Tangle – zu Deutsch Durcheinander – ist ein sg. Gerichteter azyklischer Graph. Häufig sieht man die englische Abkürzung „DAG“ für directed acycling Graph.

Bild stammt von IOTA-FAQs

Der Graph ist gerichtet da neue Transaktionen immer auf ältere zeigen und diese validieren. Durch diese Ausrichtung von neu zu alt, darf es nicht vorkommen, dass im Graph eine Schleife geschlossen wird. Wenn eine neue Transaktion von einer alten Transaktion validiert wird, hat jemand mit dem Tangle herumgespielt. Das ist unmöglich gültig.

Ein jeder Knoten muss nur zwei andere Transaktionen validieren und kann daher schnell eine Transaktion in die verteilte Datenbank des Tangle einhängen.

Für Investoren ist der Token Cap interessant. Es gibt maximal 2,7 Billionen IOTA Tokens. Das sind viele Tokens allerdings ist es trotzdem eine deflationäre Währung. Am besten vergleicht man es mit Satoshis von Bitcoin und nicht direkt mit Bitcoins. Satoshis gibt es maximal 2.100.000.000.000.000. Also deutlich mehr als es IOTA-Tokens gibt.

Die Nachteile …

Die Blockchain organisiert Transaktionen in Blockeinheiten da man diese als kleinste gemeinsame Vertrauenseinheit für den Konsens im Netzwerk verwenden kann. Das erlaubt es relativ elegant Sicherheit im Netzwerk herzustellen welche Transaktion gültig ist und welche nicht. Einfach durch die Fragen: Ist die Transaktion in einem Block? Wenn ja, wieviele neue Blöcke gibt es nach diesem Block?

Ein Block ist eine Tabelle die mehrere Transaktionen enthält.

Da es bei IOTA keine Knoten gibt die Blöcke erstellen muss mit relativ hohen Aufwand dafür gesorgt werden, dass sich der Tangle stabilisiert und invalide Transaktionen nicht mehr beachtet werden.

Ein jedes Peer-to-Peer-Netzwerk lebt und stirbt mit der Aktivität seiner Knoten. Da auch jeder Knoten wie er gerade lustig ist, neue Transaktionen einhängen kann, kann er jede andere Transaktion ignorieren und muss sie nicht seinen Nachbarknoten weiterleiten.

Die Lösung die IOTA vorschlägt besteht darin jeden Knoten zu ständiger Arbeit zu zwingen. Arbeitet er nicht, wird er von seinen Nachbarknoten als Faulpelz identifiziert und in Zukunft ignoriert.

Auch die technische Umsetzung der Überwachung welche Transaktionen die aktuellsten sind an die, die eigene Transaktion angehängt werden kann setzt voraus, dass ständig der Tangle überwacht wird und geprüft wird welche Transaktionen valide, welche invalide sind und welche davon die neusten bzw. die „Spitze“ des Tangle sind.

Das ist speicher- und rechenaufwendig. Es muss mehrmals hintereinander berechnet werden wie gut bzw. wie wahrscheinlich eine Transaktion valide ist. Es gibt keine absolute Sicherheit, dass die eigene Auswahl richtig war.

Das ist Aufwand für den IOTA-Knoten und disqualifiziert es für den Einsatz im Embedded bzw. Low-Energy-Bereich. Das ist ein großer Teil der IoT-Anwendungsfälle für die es angeblich gut geeignet sein soll.

Valide und nicht valide Transaktionen im selben Tangle?

Jeder Knoten im Tangle-Netzwerk hat seine eigene Sicht und seinen eigenen Datenbestand des Tangle. Genau wie es bei einem Blockchain-Netzwerk der Fall ist. Bei einer Blockchain ergibt sich die Glaubwürdigkeit einer Transaktion aus dem Block in dem sie eingegliedert wurde.

Der „Mining-Knoten“ verwendet einen Validitätsnachweis. Im Falle von Bitcoin oder Ethereum ist das die Lösung eines mathematischen Problems (Proof of Work), im Falle von NEO ist das ein Anteilsnachweis (Proof of Stake) und auch andere Beweise sind denkbar.

Im Falle von Tangle, muss der Knoten der eine Transaktion abschickt einen Proof-of-Work erbringen. Mit den Worten des Whitepapers:

“For the transaction to be valid, the node must solve a cryptographic puzzle (which may be computationally demanding) similar to those in the Bitcoin mining (e.g., it needs to find a nonce such that the hash of that nonce together with some data from the approved transactions has a particular form, for instance, has at least some fixed number of zeros in front)”

Allerdings können sich zwei valide Transaktionen trotzdem widersprechen. Dafür muss dann jeder Knoten ständig ausrechnen wie wahrscheinlich es ist, dass eine bestimmte Transaktion als gültig bzw. ungültig angenommen wird.

Fazit als Nicht-Investor

Ich persönlich finde die Technologie von IOTA hochspannend. Allerdings sehe ich keinen Anwendungsfall für die Währung im IoT-Bereich der nicht von einer permissioned Blockchain besser abgedeckt wäre.

Diese kann dann immer noch mit Interledger, Polkadot oder sogar Neo an andere Blockchains angeschlossen werden bei Bedarf.

Ich werde Nicht-Investor bleiben.

Paper Wallet – was ist das?

Alle Crypto-Currencies erlauben es auf die eine oder andere Art ein sg. Paper-Wallet anzulegen. Dabei handelt es sich um einen Ausdruck der sicher stellen soll, dass man sich gegen den relativ raschen Verfall von digitalen Speichermedien schützt.

Eine Blockchain ist ein Verzeichnis in dem fest gehalten ist, wer wem was geschickt hat. Es ist nicht so, als würden diese Zahlungsmittel im eigenen Konto landen. Viel mehr ist es so, dass die Mittel von einem öffentlichen Schließfach in ein anderes geschoben wurden. Und für dieses hat der Empfänger die Schlüssel.

Ein Paper-Wallet ist defakto ein Ausdruck dieses Schlüssels. (Normalerweise handelt es sich dabei um den privaten Schlüssel und den öffentlichen Schlüssel)

Komplizierte Anleitungen mit QR-Codes?

Zu dem Thema gibt es auch viele Seiten die auf spezielle Seiten verweisen, die schöne Ausdruckformate erzeugen, mit QR-Codes die das schnelle importieren der Paper-Wallets in digitale Wallets ermöglichen.

Dabei handelt es sich um Werkzeuge die, die Bequemlichkeit erhöhen. Sie sind also nicht notwendig.

Dementsprechend muss man auch nicht verzweifeln, wenn die eigene Lieblings-Altcoin keine solchen Seiten wie zB. bitaddress.org oder liteaddress.org besitzt, kann man trotzdem seinen Konto-Schlüssel sichern in dem man das Schlüsselpaar ausdruckt.

Umständlicher ist das Importieren. Denn anstatt einfach einen QR-Code zu scannen, muss in dem Fall alles abgetippt werden.

Hardware-Wallets als Alternative

Natürlich kann man – am besten zusätzlich! – seine Wallets auf speziellen, verschlüsselten Hardware-Wallets speichern. Diese speziellen USB-Sticks mit eingebauter Verschlüsselung habe ich bereits hier beworben, weshalb ich hier nur kurz mit einem Affiliate-Link auf den Nano-Ledger S darauf hinweise.

 

Was tun mit dieser Information?

Den Laser-Drucker anheizen und die Schlüssel sichern!

  1. Ausdruck zumindest in Klarsichtfolie schieben oder besser noch lamenieren.
  2. In einer Mappe an einem trockenen und sicheren Ort aufbewahren.
  3. Die dazugewonnene Sicherheit genießen.

Bitcoin Transaktionen – wieviel kosten sie wirklich?

Vor ein paar Tagen habe ich in einer FB-Gruppe zum Thema Blockchain diskutiert warum eine Bitcoin-Transaktion so teuer war. Der Kollege musste ganze 8 USD für eine Transaktion zahlen. Das kam mir sehr teuer vor!

SegWit und die Vergrößerung der Blockgröße wurde damit begründet, mehr Transaktionen in einen Block zu bekommen und damit Transaktionen günstiger und schneller zu machen.(Darüber habe ich hier bereits berichtet: Unruhige Zeiten für Bitcoin)

Bitcoin wird häufig mit dessen Geschwindigkeit und Kostenersparnis beworben. Doch was bedeutet das in der Praxis?

Aktuelle Zahlen

Diese Daten werden in Echtzeit berechnet und sind unabhängig von dem Veröffentlichungsdatum dieses Artikels.




Was wird da berechnet?

Generell beurteilt ein Miner anhand der Fee pro KB ob sich eine Transaktion lohnt oder nicht. Obige nehmen eine Durchschnittsgröße von 250 Byte an. Das kann in der Praxis varieren, zB. wenn die Transaktion sehr viele Eingänge hat. Das würde die Größe massiv steigern.

Datenquellen liegen offen

Obige Preisdarstellung beruht auf offenen API-Schnittstellen. Sharing ist Caring und dementsprechend veröffentliche ich gerne meine Quellen:

Ist Bitcoin günstig?

Aktuell kostet eine Transaktion beinahe €5. Zum Vergleich: Mit der Bankomatkarte zu zahlen zieht ca. 2-3% Gebühren für den Terminalbesitzer nach sich. Aber eine Mindestgebühr von ein paar Euros. Im Vergleich also nach wie vor konkurrenzfähig wenn auch weit weg von „günstig“.

Explodierende Kurse bei NEO – Doch was ist das?

Bitcoin geht rauf, Ethereum geht rauf und der Wert von NEO ist explodiert. Doch was ist NEO und fußt dessen Konzept auf einem guten, technischen Fundament. In einem Wort: Ja.

NEOs Komponenten

Die NEO-Blockchain basiert auf fünf Komponenten die eine Vielzahl an Anwendungsfällen erschlagen.

NEO ist eine Proof of Stake getriebene Plattform. Das erlaubt eine sehr schnelle Blockerzeugung. Die Smart-Contract-Definition beschreibt nicht nur Contracts die bei Erhalt von Devisen eine Aktion ausführen, sondern auch Contracts die Transaktionen authorisieren.

Es ist von Haus aus ein verteilter Speicher (Shared Memory) eingebacken. Die verwendete Kryptographie basiert nicht auf Zahlentheorie wie die RSA basierte Kryptographie von zB. Bitcoin, sondern auf Gitter. Gitter wiederum sind spezielle algebraische Strukturen die in der Gruppentheorie zuhause sind. Das soll die kryptographischen Verfahren gegen Quantencomputer absichern.

Alles in allem handelt es sich dabei um eine sehr spannende, technische Plattform.

NEOs für Anleger

Das spannende an NEO ist, dass es aus zwei Währungen besteht. Den NEOs, die es zu kaufen gibt, und NEO Gas (kurz GAS). Wer sich hier an die Begrifflichkeiten von Ethereum erinnert fühlt, fühlt richtig. Gas ist notwendig um Smart Contracts bzw. Transaktionen auszuführen.

Im Gegensatz zu Ethereum gibt es eine fest definierte Obergrenze für die Anzahl der NEO und GAS Tokens. Beide sind mit 100 Millionen Tokens begrenzt.

Erhältlich, gegen Bitcoin, sind im Moment nur NEOs. Neos sind unteilbar und damit immer nur einzeln erhältlich. Ganz im Gegensatz zu Gas. Gas ist durch 100 Millionen teilbar. Doch wo kommen Gas her?

Hier passiert die Magie! Ähnlich wie Bitcoin gibt es eine Möglichkeit Tokens zu erzeugen. Doch anstatt mit Arbeit im Proof of Work-Algorithmus, leiht man den Block erzeugenden Knoten Glaubwürdigkeit mit der eigenen Anzahl an NEOs. Im Austausch dafür, erhält man Gas. Wieviele, wird durch einen Verfallsalgorithmus definiert.

Kurz gesagt: Es reicht ein Wallet mit NEOs zu besitzen um Gas zu bekommen!

Blase, Hype oder tolle Plattform?

Diese Frage kann man sich genauso über Ethereum stellen und dementsprechend stelle ich hier einen kleinen Vergleich an.

Ethereum NEO
Anwendungsfälle in der Praxis ICOs, Spekulation Spekulationen
Theoretische Anwendungsfälle ICOs, automatisierte Vertragsabwicklung, Spekulation, Zahlungsabwicklung ICOs, automatisierte Vertragsabwicklung, Spekulation, Zahlungsabwicklung, automatisierte Ansteuerung anderer Blockchains durch Smart Contracts
Anzahl der Tokens begrenzt Nicht begrenzt Begrenzt
Mining wirtschaftlich Kostenrechnung notwendig Ja, setzt nur Besitz von NEOs voraus
Anwenderfreundlich Nein. (Wallet lädt komplete Blockchain herunter (viele GB)) N/A
Programmiererfreundlich Ja Ja

Fazit als Nicht-Investor

Ich werde mir auch noch NEOs holen. Bin zwar spät drann, aber in diesem Fall muss sich sagen: Besser spät als nie.

Initial Coin Offerings – So ein Unsinn!

Initial Coin Offerings (manchmal auch Initial Public Coin Offerings) sind ein Werkzeug der Unternehmensfinanzierung. Anstatt Unternehmensanteile oder zumindestens ein Vorrecht bei der Auslieferung der ersten Charge, erhält man einen  oder mehrere Token einer dafür erfunden Kryptowährung.

Die Tokens, wie zB. BTC und Ether, können dann gehandelt werden und steigen oder fallen entsprechend des Angebots und der Nachfrage.

Entscheidend für den Erfolg solcher ICOs ist in erster Linie das Marketing und in zweiter Linie wie gut die Gier der Menschen instrumentalisiert werden kann. An letzter Stelle steht wie überzeugend das Unternehmen und deren Technolgie ist.

ICO und der fehlende Nutzen

Bevor ich eine Kryptowährung kaufe, lese ich im Normalfall das Whitepaper. Ich stelle mir dann drei Fragen:

  1. Verstehe ich das Problem? (Es ist wirklich ein nachvollziehbarer Schmerz? Warum schadet es? Was bringt mich dazu, eine Lösung zu suchen?)
  2. Verstehe ich den Lösungsansatz? (Wie löst der Krypto-Token das Problem? Wo liegt der Nutzen in der Blockchain-Lösung)
  3. Ist die technische Lösung tragfähig? (Wer implementiert die Blockchain auf welcher Basis?)

Leider ist es selten, dass ich bis zur dritten Frage komme. Häufig denke ich mir: Ich verstehe was die Gründer meinen, allerdings halte ich das nicht für ein lösenswertes Problem.

Wenn man ICO-Listen wie zB. die ICO-Liste von Smith & Crown liest, stößt man schnell auf völlig inhaltsleere Angebote. Ich habe heute genannte Liste kurz überflogen. Mein Favorit der Negativbeispiele ist bis jetzt VIBEhub. Die Gründer versuchen Virtual Reality mit Blockhain zu verbinden.

Das zu lösende Problem beschränkt sich auf den „Schmerz“ Live-Performances oder Webinar-Leistungen noch nicht über eine Blockchain einkaufen zu können.

Die Lösung liegt in einer Smart Contract-Plattform auf Ethereum-Basis und einem speziellen Wallet, dass die Darstellung des Streaming-Inhalts übernimmt.

Die technische Plattform ist Ethereum als Unterbau. Das soll es ermöglichen „automatisch“ den Geldfluss rückgängig zu machen wenn Leistungen entweder nicht erbracht wurden oder nicht den Qualitätsvorstellungen entsprochen hat.

Dass das manuelle Qualitätskontrolle voraussetzt wird nicht erwähnt. Alles in allem ein Produkt was mit „Virtual Reality“ und „Blockchain“ zwei Buzzword verwendet. Alles in allem, bin ich nicht überzeugt.

Viel Geld für wenig Nutzen

Ein ICO wäre kein ICO wenn nicht ein völlig unbewiesenes Konzept auf Basis eines windigen Whitepapers gleich Millionen an Euro einsammeln möchte.

Auch der Wert des eingekauften Tokens steht häufig nicht fest. Der Wert ist davon abhängig wieviele Leute tatsächlich den Token kaufen. Kaufen weniger Leute Tokens, steigt der relative Anteil des Tokens, kaufen mehr Käufer, fällt er. Umso höher der eigene Einkauf und umso geringer der generelle Verkauf, umso mehr ist der eigene Token wert.

Also umgekehrt zum eigentlichen Marktverhalten! Steigt die Nachfrage nach Token, sollte auch der Preis steigen. Doch tatsächlich steigt nur der Profit für die Token ausgebende Seite.

So auch bei VibeHub: Minimalinvestment sind 25 ETH. Das entspricht aktuell einem Wert von ca. 6500€. Das Investment hat eine Obergrenze von 25 Millionen USD. Lt. Whitepaper gibt es noch nichts, außer die Kryptowährung auf Ethereum-Basis.

Soll ich nicht doch kaufen?

Ich persönlich halte ICOs für ein reines Finanzierungswerkzeug bei dem die fehlende Regulierung der Kryptowährungen ausgenutzt werden soll. Allerdings streite ich nicht ab, das bei einer geschickten Auswahl der ICOs enorme Profite möglich sind.

Wer spekulieren möchte, kann das natürlich tun: Aber ich werde mir weiterhin meine drei Fragen stellen, bevor ich auf diese Idee komme.

Update: Eine hervorragende und umfassende Beschreibung von ICOs findet man auf coin-blog.de im Artikel Grundlagen zu ICO: Initial Coin Offering investieren ja oder nein?.

Blockchain-Technologie – gratis und nicht umsonst

Die amerikanischen Universitäten sind den europäischen nicht nur im Angebot von Online-Kursen voraus, sondern auch bei der Themenauswahl. Gute Vortragende begleiten mich von Zeit zu Zeit auf meinem Weg in‘s Büro.

Im Cointelegraph-Artikel: Professor releases free cryptocurrency lecture bin ich auf den Stanford-Kurs CS 251 zum Thema Bitcoin und Cryptocurrencies gestoßen.

Bei diesem Kurs ist es nicht mit Zuhören bzw. Video-Ansehen getan. Das ganze ist stark auf technische Inhalte bezogen. Es geht weder um die Kryptographie noch um die wirtschaftlichen Aspekte von Krypto-Währungen.

Der Kurs bietet leider keine Mitschnitte der Vorträge an und verlässt sich darauf, dass sich Interessierte durch die Sekundärquellen und das Textbook Bitcoin and Cryptocurrency Technologies wühlen.

Von einem Princeton-Vortragenden gibt es auch einen Kurs mit Videomitschnitten: BTC-Tech: Bitcoin and Cryptocurrency Technologies. Die Videomitschnitte sind auf Youtube zu finden:

Alles in allem, sind das tolle Quellen für einen technischen Überblick ohne Mathematik studiert haben zu müssen. Allerdings sollte man programmieren können.

Was ist ein Hardfork?

Bitcoin, dank Segwit, steht kurz vor einem Hardfork. Ein Hardfork wird durch zwei oder mehrere Gruppen ausgelöst, die unterschiedliche und inkompatible Varianten der Blockchain betreiben wollen.

Wo das Unheil seinen Lauf nimmt

Vor einem Hardfork sieht das Blockchain-Netwerk wie ein reguläres Peer-2-Peer-Netzwerk aus. Es gibt viele Netzteilnehmer die untereinander verbunden sind und Daten austauschen.

 

In der Computerei ist ein „Netzwerkprotokoll“, die Definition der Regeln und Formate für die Kommunikation zwischen zwei Programmen. Wenn es zum Hardfork kommt, möchten ein Teil dieser Gruppe ein neues Protokoll verwenden, welches die anderen nicht verstehen.

Zu Beginn sind die Teilnehmer, die das neue Protokoll verwenden noch miteinander verbunden. Doch Orange und Blau verstehen sich einfach nicht mehr. Das führt dazu, dass sie nebeneinander existieren und die Blockchain in zwei verschiedenen Varianten betreiben.

Was bedeutet das für meine Daten?

Da es nun zwei verschiedene Blockchains gibt, gibt es dann defakto zwei verschiedene Währungen. Hier ist es allerdings wichtig zu unterscheiden, ob Sie einen Online-Ledger wie Bitpanda verwenden, oder ob Sie die Daten in einem lokalen Wallet speichern.

Persönliche Wallets – double the blockchain, double the fun

Wenn Sie Ihre Daten in einem persönlichen Wallet aufbewahren, bedeutet das, dass die Information über den Besitz ihrer Assets nun in zwei verschiedenen Blockchains gespeichert wird.

Glückwunsch: Ihnen gehören nun sowohl Tokens (wie zB. Bitcoins) in der einen sowie in der neuen Blockchain. Sie können sich zurücklehnen und den Markt beobachten um zu sehen welche Variante der Blockchain weiterhin gehandelt wird.

Wenn wir zB. vergangene Hardforks wie den der Ethereum-Blockchain in Classic und das reguläre Ethereum betrachten, ist leicht zu sehen, dass Classic nach wie vor existiert aber dessen Ethers nur einen Bruchteil von Ethereum Ethers wert sind.

Online-Wallets entscheiden sich

Online-Wallets haben bereits Emails rausgeschickt und kommunizieren ganz klar: Hier ist das nicht der Fall!

Dort gehören Ihnen nach dem Hardfork nur Bitcoins in der Segwit-Variante.

Was solls?

Das ist kein Problem. Es wird sich eine Währung durchsetzen und der Handel mit der anderen wird schwer bis unmöglich werden. Das heißt wenn Sie eine überschaubare Menge an Token besitzen, verlieren sie maximal ein paar wenige Euro. Wenn die Menge größer ist, lohnt es sich vielleicht nach dem ersten Schock des Hardforks die Assets zu verkaufen.

Abgesehen davon, dass ich davon abrate größere Mengen Krypto-Währungs-Token in Online-Services zu belassen, ist das der einzige Nachteil. Der beste Weg ist es, seine Daten auf mehreren Speichermedien verschlüsselt aufzubewahren.

Der leichteste Weg dorthin sind Krypto-USB-Sticks die extra für diesen Zweck entwickelt wurden. Dafür gibt es mehrere Anbieter wie zB. Trezor oder den Ledger Nano S

Podcast-Review: Was bedeutet die Blockchain für den Handel? (Kassenzone K#148)

Der Kassenzone-Podcast lädt Gäste aus der deutschen eCommerce-Szene ein. Der Gastgeber, Alexander Graf, ist selbst an einem eCommerce-Unternehmen beteiligt und stellt als Insider interessante Fragen zu dem Themengebiet. In Folge 148 hat er Michael Weber zu Gast. Weber ist gelernter Investment-Banker und arbeitete für verschiedene Banken. Aktuell versucht er unter anderem mit Blockchain-Technologie Geschäftsfelder hochzuziehen.

Kurz gesagt: Zwei Praktiker unterhalten sich darüber wie Blockchains produktiv eingesetzt werden können. Das Spannende dabei ist, dass Graf skeptisch gegenüber Blockchains ist, während Weber das ganze enthusiastischer sieht. Meiner Meinung nach, allerdings nicht verblendet. Insgesamt eine tolle Folge!

Daher habe ich mir die Mühe gemacht und die 45 Minuten auf die Kernpunkte runterzubrechen. Perfekt für jeden der vorher wissen möchte, um was es geht.

Was ist eine Blockchain?

Die Frage habe ich mir auch schon gestellt. Weber und Graf handeln das ganze mit einer Handvoll Sätzen ab. Natürlich ist das nicht so detailliert aufbereitet wie die Antwort die ich in meinem Artikel Was ist eine Blockchain? gegeben habe.

Doch die knackig prägnante Definition von Stelle 2:12 definiert es als offen einsehbares Transaktionsbuch. Dieses Transaktionsbuch wird auf alle im Netzwerk kopiert. In diesem Transaktionsbuch werden auch virtuelle Handschläge als Beweisbild aufgezeichnet, um im Nachhinein eindeutig beweisen zu können wer wem etwas gesendet hat. (Verifikation)

Ist Bitcoin nur ein Pyramidensystem?

Graf meint an Stelle 16:37, dass Bitcoin ein Pyramidensystem bzw. Ponzi-Scheme ist. Es lebt von Spekulanten die Assets kaufen und halten oder sie zum Traden verwenden. Das heißt es gibt keinen echten Nutzen und lebt davon, dass neue Käufer Geld ins System pumpen, welches dann von denjenigen abgeschöpft werden kann, die Bitcoins schon länger gehalten haben. Da die Menge an Bitcoin begrenzt ist, gibt es einen Moment an dem das System kippen muss. Ohne neue Bitcoins, meint Graf, würde das System seinen letzten Nutzen verlieren und kollabieren.

Weber erwidert darauf zwei Dinge:

  1. Bitcoin und Blockchains generell sind in eine Phase der Zentralisierung und Kommerzialisierung – ähnlich wie das Internet Anfang der 2000er.
  2. Die aktuellen Daten deuten auf eine Spekulationsblase hin.

Es wird also zu einem Burst kommen und es werden wahrscheinlich auch einige Unternehmen bluten müssen. Defakto wird auch viel Schindluder mit dem aktuellen Hype getrieben. So ist mir schon mehrmals Werbung für „Dentacoins“ auf FB begegnet. Ich könnte also in eine Kryptowährung für Zahnärzte investieren. Solche Ideen müssen scheitern. Doch diese Auf- und Abwärtsbewegung ändern nichts am generellen Aufwärtstrend.

Bitcoin bietet die technische Antwort darauf, wie man relativ schnell Geld von einem Land in ein anderes verschieben kann, ohne dass dies in einem tagelangen Prozess im Bankensystem aufgehalten wird. Durch den technologischen Nutzen, den Bitcoin bringt, ist es unwahrscheinlich, dass es kollabiert sobald die Obergrenze erreicht ist.

Die Deflation, die den Wert einer Bitcoin immer mehr in die Höhe treibt, ist auch nur theoretisch ein Problem. Eine Bitcoin kann auf 100.000.000 Satoshi zerlegt werden. Sollte der Kurs für eine Bitcoin zB. auf 100.000€ steigen, könnte die Bitcoin auf 0,001 Eurocent Bestandteile zerlegt werden. Daraus folgt, dass Bitcoin selbst bei so einem enorm hohen Kurs noch als Zahlungsmittel funktionert.

Kryptographie gebrochen, Blockchains gebrochen?

Aktuelle Kryptographie basiert auf Primfaktorenzerlegung sehr großer Zahlen. Da das bei sehr großen Zahlen viel Ausprobieren bedeutet, ist es sehr schwer bzw. sehr zeitaufwendig Verschlüsselungen wie in Bitcoin zu brechen. Das würde insgesamt viele hundert Jahre dauern. Qantencomputer können dank spezieller Algorithmen das gleiche Problem in Bruchteilen der Zeit lösen. Das bedeutet, sie könnten Verschlüsselung wie wir sie heute kennen völlig unbrauchbar machen.

Das Problem spricht Graf an Stelle 19:55 an. Weber hält dagegen, das ähnlich wie bei der Segwit-Umstellung, das Protokoll so angepasst werden könnte, das das ganze Prinzip gleich bleibt, nur die Verschlüsselung selbst ausgetauscht wird. Als die analogen SAT-Programme abgeschalten wurde, hat auch kaum jemand sein Heimkino weggeworfen. Statt dessen wurde einfach nur der Receiver ausgetauscht.

Das Grundprinzip der verteilten Konsensfindung und Datenspeicherung bleibt davon unberührt.

Krypto-Währung schön und gut, aber sonst unbrauchbar?

Weber meint, dass für Banken hauptsächlich der Clearing-Prozess vereinfacht wird. Wikipedia definiert Clearing als:

Unter Clearing wird das Feststellen gegenseitiger Forderungen, Verbindlichkeiten und Lieferverpflichtungen verstanden. Der Clearingprozess beinhaltet die Übermittlung, Abstimmung und in einigen Fällen die Bestätigung von Abschlüssen sowie sonstigen für die Abwicklung bzw. für das Settlement notwendigen Angaben (z. B. Zahlungsweg, Ort und Zeit der Lieferung).

Dieser Prozess kann bei internationalen Transaktionen mehrere Tage im Bankensystem dauern. Dieser Prozess kann mit Blockchain-Technologie beschleunigt werden.

Ab Stelle 23:45 geht Weber auf einen anderen Anwendungsfall ein: Rückverfolgbarkeit von Produkten bis hin zur Firma die, die Resourcen abbaut. Alle Firmen die im Prozess beteiligt sind, würden alle Arbeits- und Lieferschritte in eine Blockchain als Transaktionen abbilden. Durch die offene Natur der Blockchain bekommt man als Kunde zwei Dinge geschenkt:

  1. Völlig Transparenz
  2. Daten sind verifiziert und vor nachträglicher Änderung sicher
  3. Behauptungen wie ein Bio-Siegel, sind nachprüfbar. (Auch automatisiert, zB. per App am Handy)

Zusammengefasst

Weber hat gut argumentiert und meiner Meinung nach ein überzeugendes Plädoyer für Blockchain-Technologie gehalten. Banken aber auch Amazon und dessen russisches Pendant bauen an Blockchain basierten Produkten.

Die Zukunft bleibt spannend!