Quantencomputer – Fluch oder Segen für Kryptowährungen?

Häufig ist zu lesen, dass wegen Quantencomputer keine Verschlüsselung mehr sicher sein. Da Kryptowährungen vor allem auf solider Verschlüsselung basieren, stellt sich die Frage ob nicht die Quantencomputer-Hersteller von heute, die Bitcoin-Besitzer von morgen sind. Abseits der alten Klassiker gibt es auch schon einige Währungen die von sich behaupten Quantencomputer sicher zu sein, wie zB. IOTA und NEO. Heißt das, dass Bitcoin nicht mehr zu retten ist und man umsteigen sollte?

Ich meine nein, allerdings ist die ganze Problematik heikler als man denkt.

Quantencomputer – was ist das?

Ein Computer ist eine Allzweckrechenmaschine mit glorifizierten Ein- und Ausgabe. Egal ob es um World of Warcraft, Mining für Bitcoin oder Briefschreiben in Word geht, es läuft darauf hinaus, dass Bits hin und her geschoben werden und dafür nötige Berechnungen angestellt werden. Ein Quantencomputer ist konzeptionell das gleiche. Jedoch kann ein Quantencomputer durch spezielle physikalische Eigenschaften (Superpositionsprinzip und Quantenverschränkung) bestimmte Probleme performanter lösen.

Welche Probleme performanter gelöst werden können ist nicht abschließend geklärt. Allerdings wurde bereits für einige Probleme gezeigt, dass es mit Quantencomputer schneller geht als mit regulären Computern. Berühmt sind der Shor-Algorithmus und der Grover-Algorithmus. Der Shor-Algorithmus erlaubt es im Vergleich zu herkömmlichen Computern relativ schnell eine Primfaktorenzerlegung bei großen Zahlen durch zu führen. Die Verschlüsselungsalgorithmen wie sie zB. bei Bitcoin verwendet werden basieren auf diesem Prinzip: Ein Angreifer muss diese Primzahlen erraten können. Sind die Zahlen groß genug gewählt, kann ein gängiges 100€ Smartphone Daten so verschlüsseln, dass ein Supercomputer viele Hundert Jahre herumrechnen muss um die Verschlüsselung knacken zu können.

Wem das zu trocken und unverständlich klingt, dem kann ich dieses Erklärvideo für Quantenkryptographie empfehlen.

Das Video versucht Quantenkryptographie als Lösung des Problems zu präsentieren, das hat allerdings einen großen Denkfehler: Ich möchte, dass die Daten für fremde Augen unleserlich bleiben – auch nachdem ich sie von einem Computer zu einem anderen übertragen habe.

Primfaktorenzerlegung – geht’s auch ohne?

Quantum Secure Cryptography – oder zu Deutsch Quantencomputer sichere Kryptographie – ist ein heißes Thema in der Forschung. IOTA basiert auf einer verfeinerten Variante des Lamport-Einmalsignaturverfahren. Genauer gesagt handelt es sich dabei um Winternitz-Signaturen die kürzere Hashes und schnellere Hash-Berechnungen ermöglichen.

NEO setzt auf Gitter-basierte Kryptographie. Die deutsche Quellenlage ist leider sehr dünn. Im Gegensatz dazu findet man englische Literatur an der auch viel Fleisch daran ist wie zB. Lattice based cryptography for Beginners. Kurz gesagt handelt es sich bei Gitter um spezielle algebraische Strukturen. Eine algebraische Struktur, kurz auch Algebra, definiert mit was man wie rechnen kann. So wäre zB. die Menge der natürlichen Zahlen und die Grundrechenarten eine Algebra. Im Gegensatz zu dieser sehr simplen Algebra sind Gitter sehr viel anspruchsvoller betreffend der Rechenoperationen und der möglichen Ergebnisse. Dieser Anspruch, der das ganze auch abstrakter und weniger greifbar macht, hat zur Folge, dass die darauf basierte Kryptographie ohne Primfaktoren auskommt und deshalb sicher gegen Quantencomputer ist.

Bitcoin patchen – Hardfork und gut ist, oder?

Das legt den Schluss nahe, dass es relativ einfach sein sollte, dass man so etwas auch bei Bitcoin einbauen könnte. Immerhin konnte durch einen Hardfork auch relativ einfach geändert werden wie Blöcke erzeugt werden was dazu geführt hat, dass sich Bitcoin Cash Blöcke und Bitcoin Blöcke mittlerweile wesentlich unterscheiden da Informationen über Transaktionen ein- bzw. ausgegliedert sind und deutlich mehr Transaktionen in einem Bitcoin Cash Block sind. Auf Software-Ebene ist es prinzipiell einfach neue Updates ins System einzuspielen, aber …​

Bitcoin verwendet das Unspent Transaction Output Prinzip. Das bedeutet, dass man einen Kryptowährungsbetrag nicht auf bestimmte Accounts schiebt und dann der Besitzer des Accounts diesen Betrag besitzt, sondern dass man nur den Schlüssel für ein bestimmtes Asset besitzt. (Siehe auch Bitcoins Stärken) Als Besitzer des Asset-Schlüssels kann man eine neue Transaktion erstellen in dem der Schlüssel weiter gereicht wird. Damit ist der komplette Fluss eines jedes Bitcoin-Fragments nachvollziehbar bis zu dem Zeitpunkt als der Bitcoin gemined wurde. Auch wenn das vor zig tausend Transaktionen geschehen ist.

Das heißt allerdings, dass man nicht einfach das Schloss austauschen kann um zu verhindern, dass es Quantencomputer knacken – denn dann passen die alten Schlüssel nicht mehr! Man kann die alten Schlüssel auch nicht als Schablone für die neuen Schlüssel hernehmen, da Quantencomputer auf Basis des UTXO-Index in der Lage wären, diese alten Schlüssel nach zu machen. Damit könnten dann die Bösewichte sich auch die neuen Schlüssel erzeugen.

Das heißt, bevor es zum Hardfork und der Umstellung auf einen quantensicheren Algorithmus kommt, muss es eine Phase geben in dem Bitcoin-Besitzer neue Adressen und von den alten Wallets unabhängige Wallets anlegen. Dann könnten sie ihre Assets auf die neuen Adressen verschicken um sicher zu sein. Das hat eine überraschend positive Wendung: Alle „toten“ Bitcoins die auf Adressen liegen für die schon lange niemand mehr die nötigen Schlüssel besitzt, wird der Zeitpunkt kommen an dem jemand sie dank seines Quantencomputer auf ein anderes Konto schieben wird. Vermutlich sein eigens Wallet.

Kurz gesagt: Man kann Blockchains wie Bitcoin Quantensicher machen, es wird aber auch organisatorische Probleme dabei geben. Mittelfristig sollte sich also jeder Krypto-Investor überlegen ob seine Währungen dazu geeignet sind, gegen Quantencomputer abgesichert zu werden. Langfristig ist es unumgänglich auf die umzuschichten, die genau das garantieren können.

Anarchismus oder Liberalismus – wo kommt Bitcoin her?

Roger Ver ist eine bekannte Persönlichkeit in der Kryptoszene. Der Mann war einer der ersten Investoren in Bitcoin, Kryptostartups wie Kraken betreibt die Seite bitcoin.com und er ist die lauteste Stimme der Bitcoin Cash Werbung. Bevor er die Werbetrommel für Bitcoin Cash (BCC oder BCH) rührte, tat er das für Bitcoin. Das machte er so vehement, dass er als „Bitcoin Jesus“ bekannt wurde. Das führte auch dazu, dass er in Bitcoin Kreisen nach dem BCash-Fork als „Bitcoin Judas“ verspottet wurde.

12 BCH statt der Silberlinge

Bitcoin Cash ist das Ergebnis eines Bitcoin Hardforks der im August 2017 statt fand. Im Gegensatz zur SegWit BIP in Bitcoin, lagert Bitcoin Cash die Witness-Daten nicht aus sondern erhöt die Blockgröße auf 8 MB. Das bedeutet im Gegensatz zu Bitcoin mit Segwit ca. eine Verdoppelung der Menge an Transaktionen pro Block.

Der Verrat, den einige Leute im Fork sahen, lag darin, dass eine einmalige Blockgrößenänderung nichts am zugrunde liegenden Problem änderte und er dennoch diesen Fork durchpeitschte. Es verschiebt nur die Zeit bis das Problem das nächste mal auftritt und bläst die Blockchain weiter auf.

Ich persönlich bin auf Ver nicht durch Bitcoin gestoßen, da mich die Werbetrommel rund um Bitcoin Cash nicht interessiert, sondern durch einen Rubin-Podcast.

Abseits der Hard-Fork-Geschichte, ist Ver aus zwei Gründen für mich interessant:

  1. Er ist erfolgreicher Unternehmer, Häftling und wieder erfolgreicher Unternehmer gewesen bevor er Bitcoin gekauft hat.
  2. Seine philosophische Grundlage ist Anarcho-Kapitalismus.

Er bezieht seine libertäre Position vom Buch Die Gemeinwirtschaft: Untersuchungen über den Sozialismus von Ludwig von Mises. Günstiger ist es entweder online vom Mises-Institut als Scan der zweiten Auflage als PDF oder in Englisch als Socialism: an Economic and Sociological Analysis verfügbar. Ich habe das Buch noch nicht gelesen, aber nach dem ich bei der Recherche über den Zeit-Artikel Der gefährlich Staat gestolpert bin, werde ich mir eine günstige Ausgabe sichern. Im Artikel wird Mises-Kritik auf folgende Punkte zusammen gefasst:

  • Inflation im Geldsystem hat negative Auswirkungen auf die Warenwirtschaft
  • Staatlicher Eingriff – jeglicher Art – in die Wirtschaft ist negativ auf die Entwicklung der Gesellschaft.

Mich hat das frapierend an die libertären Anarcho-Kapitalisten bzw. Anarchismus generell erinnert.

Anarchisten – Das sind die Bombenwerfer, oder?

Das Wesen der Staatstätigkeit ist, Menschen durch Gewaltanwendung oder Gewaltandrohung zu zwingen, sich anders zu verhalten, als sie sich aus freiem Antriebe verhalten würden.

— Ludwig von Mises

Als Jugendlicher ging ich gerne auf Punk-Konzerten und trank auch das eine oder andere Bier mit meinen Punk-Freunden. In der Punkszene kennt jeder das Anarchismus-Symbol mit dem A im Kreis. Leider sieht man es auch immer mal wieder auf Häuserwände geschmiert.

Als ich gerade anfing aus dieser Jugendszene heraus zu altern, begann ich mich mit den philosophischen Grundlagen zu beschäftigen. Unbefriedigt vom Informationsangebot auf anarchismus.at und anarchismus.de und mit mehr offenen als beantworteten Fragen, stürzte ich mich auf das Buch Anarchie! von Horst Stowasser. In diesem Buch arbeitet er die Idee hinter den verschiedenen anarchistischen und libertären Strömungen auf und versucht diese mit historischen Beispielen in Zusammenhang zu bringen.

Die Grundlage hinter einer anarchistischen Gesellschaft ist die Loslösung von zentralisierter Herrschaft. Es soll keinen Staat mehr geben, der im schlimmsten Fall mit Gewalt die Einhaltung von Gesetzen erzwingt. Ob es dabei um Verkehrsregeln, Zwangsverpflichtung zum Wehrdienst oder Steuern geht spielt keine Rolle.

Alles soll dezentral organisiert werden. Anstatt Autorität soll Kompetenz und die Gemeinschaft, aber nicht unbedingt basisdemokratisch, entscheiden. Die Grundidee ist, dass ein Mensch frei von Zwängen durch Dritte sein soll. Dieser Fokus auf die sg. negative Freiheit („Freiheit von„), ist in der Philosophie als Libertarismus bekannt.

Kryptoanarchismus – Selbstbestimmung durch Privatheit

Das digitale Gegenstück zu den Punks mit denen ich Bier trank, nennt sich Cypherpunks. Cypherpunk ist ein Kunstwort das sich aus Cipher für Verschlüsselung und Punk zusammensetzt. Beide Punk-Spielarten haben die Ablehnung gegen den Staat gemeinsam. Wobei ich den Cypherpunks überproportional mehr Reflektion und Intellekt unterstelle.

In den späten 80ern wurde das Kryptoanarchistenmanifesto geschrieben. Das Dokument dreht sich um die technischen Möglichkeiten libertäre Ideale gegen staatliche Kontrolle abzusichern. Durch Verschlüsselung und Anonymisierung soll es möglich werden, frei von staatlicher Kontrolle, Informationen und Waren auszutauschen um so zu einer neuen Gesellschaftsordnung zu kommen.

Das Darknet, das auf TOR und damit ironischerweise auf einer Erfindung von staatlichen Organisationen beruht, ist eine Manifestation dieser Ideale. Völlig losgelöst von staatlicher Kontrolle wird dort so ziemlich alles gehandelt und getauscht, mit dem gesetzestreue Bürger aber auch Kriminelle, handeln bzw. tauschen wollen.

Das gilt auch für den Austausch von Informationen. Egal wie man zu den Geschichten rund um Julian Assange, Edward Snowden, Bradley Manning oder generell WikiLeaks steht, Fakt ist, dass einige Dinge aufgedeckt wurden die sowohl völkerrechtlich wie auch nach nationalem Recht illegal waren und Kompetenzübertretungen von grotesk großem Ausmaß waren. Ist es defakto sowohl schlüssig die Protagonisten als Staatsverräter sowie als Akteure der Regulierung der Übertretungen zu sehen.

Anarcho-Kapitalismus – wer handelt, hat recht

Anarcho-Kapitalismus ist die Idee, dass eine Gesellschaft in einem freien Markt ohne jegliche staatliche Regelungen auskommt. Die einzige Grundregel die jeder implizit akzeptieren muss ist, dass die Freiheit eines anderen Menschen unantastbar ist. Dementsprechend darf nichts mit Gewalt erzwungen werden. Die Autorin Ayn Rand hat mit ihrem Buch Atlas Shrugged dem ungezügelten Kapitalismus einen 1200 Seiten starken Liebensbreif geschrieben. Sie wuchs in Russland auf und erlebte hautnah mit, wie Kommunismus ihrer Familie sämtlichen Eigentum kostete und sie ins Ausland zwang.

Das Buch dreht sich darum, dass bösartige, bis auf’s Mark von nihilistischem Zerstörungswut zerfressene Bürokraten, mit ihren „sozialen“ Gesetzen die Nation in den Abgrund stoßen. Zum Glück können die sich vom Staat absetzenden Kapitalisten, die Protagonisten des Romans, das Ruder herum reißen und die Nation und damit auch die Seelen der Bürger retten. Insgesamt sind die Protagonisten kapitalistische Übermenschen die mit ihrem Willen und ihrer Schaffenskraft für Ordnung und Wohlstand in der Gesellschaft sorgen. Nicht zu Unrecht wurde deshalb in der Vorlesung „Maps of Meaning“ (Siebente Folge mit Gregg Hurwitz) von Jordan Peterson Atlas Shrugged als Propagandawerk betitelt. Als Österreicher bin ich einen Sozialstaat gewohnt der halbwegs brauchbar funktioniert. Rand hat mit ihrem Buch Artikulationen für Verhältnisse gefunden, die es mir jetzt erlauben, bestimmte negative Wahrnehmungen meines Staats und dessen Politik endlich auch bennen zu können. Eine differentierte Kritik des Buches von mir, habe ich hier auf meinem Tumblelog auf Soup.io gepostet. Insgesamt kann ich jedem nur empfehlen Rands Magnus Opus „Atlas Shrugged“ zu lesen.

…​ langweilig! Was hat das mit Bitcoin zu tun?

Bitcoin ist eine Währung wie sie sich Mises gewünscht hätte:

  • Ohne staatlich Kontrolle
  • Dezentral und resilient gegen staatliche Kontrolle
  • Es gibt eine Obergrenze an Tokens was sie schlussendlich deflationär macht. (Auch wenn sie aktuell noch inflationär ist.)

Friedrich von Hayek würde dem vermutlich zustimmen. In seinem wortreichen Werken rund um das Thema, die als gesammeltes Werk erhältlich sind, forderte er einen Wettbewerb solcher Währungen. Der Staat hätte in diesen Dingen nichts verloren. Hayek war auch der Meinung, dass ein Markt dazu in der Lage ist Ideen im Wettstreit der Konkurrenten entstehen zu lassen. Er ist daher ein Mittel zur Wertschöpfung. Ohne den Markt, so Hayek, wäre es nicht möglich bestimmte Ansätze und Lösungen auszuarbeiten. In diesem Sinne ist die Kryptoszene gut aufgestellt, da viele Hundert Währungen um Aufmerksamkeit und Geld wetteifern.

Roger Ver halte ich für einen falschen Propheten. Jemandem den ich als rechtmäßigen und ehrlichen Evangelisten von Bitcoin sehe ist Andreas Antonopoulos. Er hat in einem Vortrag „Worse than useless“ während der Baltic Honeybadger 2017 Konferenz ein hervorragendes Plädoyer für privatisierte Währungen gehalten. Sein Teil beginnt bei ca. 1h 44m.

Damit passt Bitcoin in ein libertäres System wie das letzte Randstück des 1000 Stück Puzzles mit all seinen Facetten, sei es absolute Freiheit von Banken oder unreguliertem Treiben inklusive Insider-Trading. Ob einem das Bild genauso gut gefällt wie dem BCash-Guy Ver muss allerdings jeder für sich selbst entscheiden.

Frohe Weihnachten!

Heute ist der 24. Dezember und das Jahr neigt sich dem Ende zu. Mit großer Zuversicht schaue ich in’s Jahr 2018 und sehr zufrieden schaue ich auf die Entwicklungen in 2017 zurück. Die Begeisterung und Freude an Kryptowährungen werde ich auch in’s nächste Jahr tragen und meine Aktivitäten rund um’s Thema noch intensivieren. Trotz der besinnlichen Tage, möchte ich die Gegelenheit nutzen und eine kleine Verlosung vorankündigen.

In den nächsten paar Tagen werde ich ein kleines Gewinnspiel veröffentlichen bei dem es drei Preise zu gewinnen gibt:

  1. Eine Bitcoin-Münze inkl. Paper-Wallet mit 2018 Satoshi
  2. Eine Bitcoin-Münze inkl. Paper-Wallet mit 18 Satoshi
  3. Eine Bitcoin-Münze

Der Versand wird natürlich kostenlos für den Gewinner sein. Die Bedingungen werden in den näcshten Tagen noch veröffentlicht.

Ich hoffe Sie waren alle brav und bekommen Kryptos vom Christkind! (oder so erfolgreich, dass es auf die Geschenke des Christkinds nicht ankommt)

Frohe Weihnachten!

Electrum und Paper-Wallets – Bitcoin, Litecoin oder Bitcoin Cash geschenkt

Paper-Wallets sind eine gute Möglichkeit Kryptowährungen aufzubewahren ohne sich um etwaige Hardwarefehler oder Lagerbedingungen Gedanken zu machen. Dieses Weihnachten, habe ich allen Kindern in der Familie für ein paar Euro Litecoin gekauft. Da die Eltern allesamt weder Informatiker noch Kryptointeressierte sind, ist es wichtig, dass sich das Geschenk so gut wie möglich selbst erklärt und auch leicht in ein sg. Hot-Wallet umzuwandeln, damit sie auf die Assets zugreifen können.

Paper-Wallets selbst gemacht

Ich habe dafür Electrum lieben gelernt. Electrum ist ein Stück Open-Source-Software um Wallets anzulegen. Es ist die Basis für Bitcoin Core (BTC), Bitcoin Cash (BCH) und Litecoin (LTC). Achtung! Je nach dem für was man sein Wallet anlegen möchte, muss man eine andere Software herunter laden:

Egal welche Variante man verwendet, die Erstellung eines Wallets besteht aus mehreren Schritten während der zwei Dinge erstellt werden:

  • Ein Seed
  • Ein Passwort

Der Seed wird dazu verwendet um den kryptographischen Schlüssel für das eigene Wallet zu erzeugen. Technisch gesehen, wird der Schlüssel durch einen Pseudozufallszahlalgorithmus erzeugt. Da es kein echter Zufallszahlenalgorithmus ist, kann der Seed dazu verwendet werden um den Algorithmus zu initialisieren. Damit wird sicher gestellt, dass jedes Mal das selbe Ergebnis erzeugt wird. Der Seed besteht aus 12 Wörtern. Ich finde, dass ist leichter zu vermitteln als eine alphanumerische Zeichenfolge für den Privatekey und noch eine für den Public Key.

Da der Seed und das Passwort genügen, kann man damit sehr schön nötige Zugangsdaten ausdrucken und bei Bedarf in ein Hot-Wallet am PC umwandeln.

Paper-Wallet mit Electrum – Eine Anleitung

Falls Sie Electrum bereits verwenden, müssen Sie sich in Ihr Wallet einloggen und dann ein neues Wallet (new/restore wallet Option) erstellen.

Im ersten Schritt muss nur ein Name eingegeben werden. Defakto ist der Name egal. Er wird nur verwendet um das File lokal auf Ihrem Computer zu erstellen.

Die einfachste Variante ist ein Standard-Wallet. Das habe ich verschenkt.

In diesem Schritt wählt man Create A new Seed aus. Würde man das Wallet wieder herstellen wollen, würde man hier die Option „I already have a seed“ auswählen. Und dann einfach den Seed eingeben.

Da einige Exchanges nach wie vor Probleme haben mit Segwit-Adressen, habe ich Standard-Adressen verwendet.

Den Seed muss man sich notieren. Der QR-Code in der unteren, rechten Ecke kann mit einem Click vergrößert werden um auch diesen zu speichern. Das ist allerdings nicht nötig.

In diesem Schritt muss der Seed noch einmal eingegeben werden.

Nach dem man das Passwort eingegeben hat, ist man auch fertig. Man wird dann in das Wallet eingelogged. Im Receive-Tab, kann dann eine Adresse des Wallets gelesen werden.

Bevor man etwas darauf überweist, sollte man aber ausprobieren, ob man das Wallet mit dem notierten Passwort und Seed wieder herstellen kann.

Wenn das funktioniert hat, kann man dann auf das Wallet BTC, LTC bzw. BCH überweisen. Dazu wechselt man zum Receive-Tab (bzw. Empfangen-Tab) und kann die Adresse sehen.

Wie im Screenshot zu sehen ist, habe ich das Wallet wieder hergestellt und nicht den ursprünglichen Namen verwendet sondern einfach nur wallet_1.

Wallet vorbefüllen

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Es gibt zwei Exchanges die ich empfehlen kann um direkt auf ein Wallet zu überweisen. Das eine ist BtcDirect und das andere ist LiteBit.eu(APL). Ich verwende beide Exchanges und beide haben hin und wieder ihre Probleme. BtcDirect verlangt zB. aktuell, dass min. 500€ ausgegeben werden wenn Sie Bitcoin kaufen wollen. LiteBit.eu setzt hin und wieder den Handel aus, wenn der Ansturm zu groß wird.

Vorlage für ein Paper-Wallet

Ein Blatt Papier ist schnell weg geworfen. Normalerweise schreit es nicht: „Halt! Ich bin vielleicht viel Geld wert!“ Falls Sie also ein Paper-Wallet verschenken, sollte genau das darauf stehen. Ich habe auf den Paper-Wallets die ich vorbereitet habe, habe ich genau das darauf geschrieben. Ich habe auch dazu geschrieben, wieviel das Geschenk aktuell wert wäre, wenn ich um den Euro-Betrag bereits vor vier Jahren die Währung gekauft hätte.

So wären zB. 100€ Litecoin die in 2014 gefauft wurden, bei der Erstellung der Paper-Wallets über 13.000€ wert. Das muss natürlich auf das Template. Zusätzlich noch eine kurze Erklärung und natürlich die Seed und Passwort.

Eine sehr simple Version könnte so aussehen, wie dieses Word-Dokument: Paper-Wallet Vorlage

 

 

Bitcoin Futures – Shorten die Börse Bitcoin zu Tode?

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Bitcoin Futures werden ab heute – also dem 10.12.2017 – ausgegeben. Futures sind ein Werkzeug der Finanzindustrie um mit schwankenden Kursen Profit zu machen. Daher geht das Schreckgespenst der Bitcoin-Kursmanipulations mittels Futures um. Der folgende Artikel erklärt was Futures sind, warum die Angst der Manipulation nicht unbegründet ist und warum es dem Bitcoin auch zu weiteren Kurssteigerungen verhelfen könnte.

Futures – Was ist ein Terminkontrakt?

Die Wiener Börse definiert Futures ganz einfach. Ein Future, oder zu Deutsch Terminkontrakt, ist eine bindende Abmachung zwischen einem Käufer und einem Verkäufer etwas zu kaufen bzw. verkaufen. Dabei liegt der Liefertermin in der Zukunft und der Preis wird bereits zu Vertragsabschluss fest gesetzt.

Ursprünglich handelt es sich bei dieser Art der Geschäfte um eine Form von Versicherung. Derjenige, der kauft spekuliert auf einen Kursgewinn zum Lieferzeitpunkt. Derjenige der zu einem Fixpreis verkauft, möchte sich gegen etwaige Kursstürze absichern. Das ist insbesondere für die Landwirtschaft interessant, da es hier zu massiven Schwankungen im Kurs abhängig vom Wetter kommen kann. Fällt der Preis, macht der Verkäufer ein gutes Geschäft. Steigt der Preis hingegen, macht der Käufer ein gutes Geschäft.

Da der Käufer auf einen bestimmten, zukünftigen Preis spekuliert, spricht man auch häufig von „Wetten“. Im Börsendeutsch nennt sich die Position des Käufers „Long Position“ und die des Verkäufers „Short Position“.

Kursmanipulation durch Futures?

Ich bin im Jahr 2017 in den Kryptomarkt eingestiegen. Und eine Lektion die ich sehr schnell gelernt habe war, dass weder technisches noch kaufmännisches Verständnis eine Grundvorraussetzung für finanziellen Erfolg sind. Ich persönlich fokussiere mich auf die Technologie und bin immer wieder überrascht mit welchen leeren Phrasen bestimmte Währungen gehyped werden sollen.

Sei es ein angeblich unendlich skalierbares System, ein „tolles Team“ oder die angebliche Beratertätigkeit von Vitalik Buterin. Es geht immer Richtung Mond – manchmal sehe ich sogar Leute, die auf Dogecoin setzen – wobei Dogecoin eine Spaßwährung ist, an der seit zwei Jahren nicht mehr gearbeitet wird.

Kurz gesagt: Psychologie spielt eine sehr große Rolle wenn es um die Preisfindung von Währungen geht, die keinen inhärenten Wert haben. Das einzige, das Bitcoin Wert verleit, ist, dass es Menschen gibt die dafür bereit sind Euro bzw. Dollar zu zahlen. Wenn nun jemand den Bitcoin shortet und viele Millionen Euro darauf setzt, dass der Kurs fällt, kann das Leute verunsichern. Wenn ein Multimilliarden-Dollar-Fond darauf setzt, dass der Bitcoin fällt, sollte sich jeder vernünftige Mensch fragen: Was wissen die, das ich nicht weiß?

Diese Unsicherheit kann eine Kettenreaktion auslösen und dazu führen, dass der Preis fällt. Kursmanipulationen sind auch bei Bitcoin nichts Neues (siehe zB. Spoofy), doch die Größe der Akteure am Markt verändert sich durch die leichtere Zugänglichkeit mittels Futures. Nur zur Erinnerung, während ich diese Zeilen tippe, hat Bitcoin eine Marktkapitalisierung von ca. 234 Milliarden Dollar. Ein einzelnder, großer Hedgefund hat lt. Business-Insider zwischen 1 Milliarde und 5 Milliarden USD unter Kontrolle. Solche Funds könnten mit weit mehr als 2 Millionen USD das Spielfeld betreten und daher auch größeren Schaden anrichten als zB. oben genanntes Spoofy.

Die Gefahr durch Short-Positionen ist nicht von der Hand zu weisen.

Futures als Versicherung

Wer hat ein Interesse daran Bitcoin zu shorten? Kurz gesagt: Miner.

Zuerst klingt das absurd. Miner sollen ein Interesse daran haben, ihre Bitcoin zu einem Fixpreis abzustoßen der heute fest gesetzt wird und übermorgen schlagend wird? Haben die denn nicht die Charts der letzten Monate gesehen?


Mastering Bitcoin – Antonopoulos erklärt Bitcoin auf technischer Ebene ausgezeichnet(APL)

Andreas M. Antonopoulos, ist eine Persönlichkeit in der Kryptoszene dem man sehr gut zuhören sollte. Er versteht die Währungen nicht nur auf der technischen Ebene ausgezeichnet, sondern sieht auch das große Ganze. In einem Vortrag, hat er sich sehr positiv über Bitcoin-Futures geäußert:


Antonopoulos Vorträge in einem Buch zusammen gefasst. Lesenswert!(APL)

Die Grundidee ist, dass die massiven Kursschwankungen dazu führen können, dass zu dem Tag an dem der Miner seine Stromrechnung bezahlen muss, gerade eine Talsohle bzgl. Bitcoin-Kurs durchquert werden muss. Kurz gesagt: Der Cashflow ist damit nicht gegeben. Der Miner könnte entweder seine Bitcoin viel zu günstig verkaufen oder er müsste wo anders Schulden machen um seine Rechnungen zu bezahlen.

Die Lösung dafür ist, dass er zu Beginn des Monats einen Future abschließt. Dabei verkauft er zB. 10% der Bitcoin die gemined werden zu einem Festpreis mit dem er die laufenden Kosten zahlen kann. Läuft alles gut, macht er großen Profit mit den restlichen 90% seiner Bitcoin. Stürzt der Kurs ab, kann er mit den 10% seine Rechnungen bedienen und auf bessere Kursentwicklung warten.

Wo Licht, da auch Schatten

Antonopoulos hat am Ende seiner Ausführung ein etwas lächerlich-künstliches Lachen aufgesetzt und gemeint, Futures würden vor allem Volumen in den Bitcoin pumpen. Aber braucht das der Bitcoin denn? Ja, das braucht er!

Wie ich im Artikel über Marktkapitalisierung geschrieben habe, ist der Bitcoin aktuell noch eine inflationäre Währung. Es werden jeden Tag 1.800 Bitcoin erzeugt. Das bedeutet, dass beim aktuellen Bitcoinpreis von ca. 12.000€, etwa 2.2 Millionen Euro jeden Tag zusätzlich in den Markt gepumpt werden müssen nur um den Preis zu halten.

Wenn nun durch Terminkontrakte zusätzliches Kapital ins Spiel fließen, kann das langfristig eine positive Entwicklung für die gesamte Infrastruktur rund um Bitcoin bedeuten. Kurfristig könnte dennoch ein Rutsch nach unten ansetzen.

Also, keep cool and hodl it*

*das ist keine Finanzberatung oder Anleitung zur Vermögensverwaltung

Se­ri­o­si­tät von Unternehmen bewerten oder warum ich nicht in Optioment investiert habe

In der Kryptoszene gibt es mittlerweil einige Unternehmen die mit hohen Renditen werben, die noch vor zwei Monaten völlig irrsinnig und übertrieben hoch schienen. Die letzten Wochen haben diesen Anbietern allerdings einen Hauch von Glaubwürdigkeit verliehen, da sich der Wert des Bitcoin beinahe verfünffacht hat. Wer ist ein Betrüger und wer schüttet Gold bzw. Bitcoin über meinem Haupt aus? Kurz gesagt: ich weiß es nicht. Der folgende Artikel gibt einen kleinen Abriss darüber wie ich mich entscheide und warum ich mich gegen ein Investment bei Optioment entschieden habe.

Ehrlich wie die Baubranche

Ein Schnäppchen zu ergattern ist eine große Freude, jedenfalls für mich. Das scheint auch viele andere zu gelten, da insbesondere Branchen wie die Baubranche viele Unternehmer anlocken, die versuchen genau das auszunutzen. Dabei wird mit vielen dreckigen Tricks gearbeitet. Deshalb hat die Wirtschaftskammer bzw. deren Innung Bau, eine Checkliste für die Auswahl von Baufirmen herausgebracht. Diese Checkliste soll den Kunden ein paar leichte Werkzeuge an die Hand geben, um schnell zu prüfen ob das Unternehmen seriös auftritt oder nicht.

Finanzdienstleister haben ein ähnliches Image-Problem. Man muss nicht weit zurückgehen um auf etwaige Nepps bzgl. Lebensversicherungen oder Telekommunikationsfirmenaktien zu stoßen. Die Finanzprodukte die vertreten werden sind häufig renditenschwach aber wiegen schwer wenn es um die Kosten geht. Zumindestens bin ich zu diesem Schluss gekommen als ich vor zwei Jahren mal tiefer in die Materie vorgestoßen bin. (Dabei ist auch ein simples Simulationsprogamm entstanden. Gratis und als OpenSource verfügbar.)

Die WKO Checkliste nehme ich her, um meinen initialen Check von Optioment zu erweitern und zu erklären warum ich nicht investiert habe.

Optioment – Was ist das?

Optioment ist ein Krypto-Investmentunternehmen mit Sitz in Costa Rica. Jedenfalls nach Eigenauskunft auf der Website. Das Unternehmen selbst lockt mit unglaublich attraktiven Sparplänen. Der renditenschwächste Plan sieht vor bei einem Minimalinvest von 0,15 BTC auf 26 Wochen, pro Woche 1,5% Rendite, in der Form von zusätzlichen Bitcoin auszuschütten. Dabei gibt es eine Reinvestquote von minimal 30% und maximal 70%. Das Kapital bleibt ein Jahr gebunden und kann dann angeblich frei behoben werden.

Überschlagsmäßig, ohne den Reinvest zu betrachten, kann man die Rendite mit einer simplen Formel ausrechnen:

Das bedeutet in der Minimalversion wird innerhalb eines halben Jahres von 0.15 BTC auf ca. 0.221 anwachsen. Das entspricht einem BTC-Zuwachs von 67,9%! In der Rendite sind die Kursgewinne vom Bitcoin noch gar nicht eingerechnet, was das ganze noch einmal attraktiver macht. Denn damit schlägt man auf jeden Fall Hodler. Denn die Bitcoin werden ja mehr!

Zu gut um wahr zu sein? Vielleicht. Hätte mir vor 9 Jahren gesagt, dass ich doch bitte Hundert Euro in BTC stecken soll um nur nach 10 Jahren ohne jegliches Risiko als Multimillionär vom Feld zu gehen, hätte ich ihn auch ausgelacht. Im Nachhinein betrachtet, hätte ich es wohl tun sollen …​

Konservativ oder All-In?

Who-Is Eintrag von Optioment. Auf mich wirkt das abschreckend.

Zu dem Zeitpunkt in dem ich diese Zeilen tippe, entsprechen 0.15 BTC grob aufgerundet ca. 1400€. Ist jetzt nicht wenig Geld, allerdings auch keine Summe die mich in’s Armenhaus bringt. Ich habe dennoch nicht in Optioment investiert aus den folgenden Gründen:

  • Kein Impressum auf der Website
  • Firmenstandort nur so nebenbei im Fließtext erwähnt
  • Keine Angaben zu einem etwaigen Firmenregister, Gründer etc. auffindbar
  • Gerichtsstand unklar
  • Im Domain-Register findet man nur eine Firma die auf Anonymisierung spezialisiert ist
  • Die meisten, sehr schlecht aufbereiteten Infos im Netz zu der Firma werden von unseriösen Bloggern publiziert. Diese Blogger verdienen mit jeder Registrierung über ihre Seite Geld, weisen häufig nicht oder nur versteckt auf diese Partnerschaft hin und verwenden immer ominöse „Partner“ als Informationsquelle. Zusätzlich verschleiern sie selbst ihre Identität, was zB. nach Österreichischem Recht illegal ist.

Für letzteres kann Optioment natürlich nichts. Für die anderen Punkte sind sie jedoch selbst verantwortlich. Der Fairness bleibt es geschuldet, dass mir auf Facebook einige Optioment-Kunden zugesichert haben, dass es dennoch mit rechten Dingen zuginge. Diese waren allerdings weniger als ein Jahr Kunde – und damit noch nicht an dem Punkt an dem die volle Einlage zurück überwiesen wird – weshalb mich persönlich das nicht überzeugen konnte.

Meine persönliche Checkliste für Unternehmen

Im Falle von Optioment bin ich folgende Liste durchgegangen:

Check Durchführung Erfüllt Optioment die Anforderung?

Impressum

Auf der Website suche ich nach einem Impressum. Auf Englisch sprachigen Seiten versteckt sich das auch häufig hinter „Contact“. Dort muss klar definiert sein wo das Unternehmen seinen Sitz hat, welche Rechtsform es besitzt und unter welcher Adresse es erreichbar ist.

Nein

Domain-Informationen

Eine jede Domain bzw. Website-Adresse wird registriert. Diese Registerinformationen sind öffentlich über den Who-Is-Service einsehbar. (zB. auch mit dieser Website who.is). Die Informationen dort sollten mit denen im Impressum übereinstimmen.

Nein. Die Informationen zeigen auf einen Anonymisierungsdienst

Firmenregister

Das hängt vom Firmensitz ab. Siehe auch Checkliste von der WKO

Nein. Einzige Adresse die ich auf Xing gefunden habe, zeigt auf ein Hotel.

Vertrag verständlich

Vor dem Abschluss des Investments muss der Vertrag mit dem Dienstleister konzentriert durchgelesen werden. Bei höheren Summen würde ich noch einen Anwalt dazu nehmen. Dieser Vertrag sollte keine verdächtigen Klauseln beinhalten und das zusichern, das auch das Werbematerial zusichert.

Nein. Bei der Registrierung führt der Terms and Conditions-Link ins Leere.

Referenzen

Entweder gibt es dezidierte Bewertungsportale die auch über Google gefunden werden können oder direkt vom Konsumentenschutz oder in Österreich von der Arbeiterkammer Informationen. Ansonsten helfen nur Erfahrungsberichte von anderen Kunden.

Teilweise. Es gibt zufriedene Kunden. Von den Instituten wie Konsumentenschutz habe ich keine Informationen bekommen.

Angebot realistisch

Was ist schon realistisch? Schwer einzuschätzen. Aber es sollte dennoch nicht nach „Zu gut um wahr zu sein“ klingen. Denn dann ist es das meistens

Nein, es klingt einfach zu gut um wahr zu sein.

Wie gesagt, mir haben auch schon Leute versichert, dass sie zufrieden mit Optioment sind. Vielleicht denke ich in 10 Jahren das gleiche, dass ich jetzt über die 100€ für BTC in 2009 denke. Aber das Bild, welches Optioment vermittelt, gefällt mir einfach nicht.

Hashgraph – Tratsch über Tratsch

Hashgraph wird als Blockchain-Killer gehandelt. Selbst IOTA soll im Angesicht der angeblich überragenden Transaktionsgeschwindigkeiten erblassen.

Denn Hashgraph verspricht gleich mehrere hervorragende Dinge:

  • Sichere Kommunikation mit sgn. byzantinischen Fehlertoleranz
  • Schnelle und kostenlose Transaktionen
  • Korrektheit, Konsistenz und Integrität der Daten
  • Faire Kommunikation

Der folgende Artikel handelt davon was Hashgraph ist, wie es funktioniert und warum die Behauptungen stimmen aber von Blockchain-Killer keine Rede sein kann.

Hashgraph – Tratsch auf einer neuen Ebene

In der Schule gab es sie schon und vermutlich haben Sie immer noch so jemanden in Ihrem Freundeskreis: Die Tratschtante. Nicht zwangsläufig eine Frau aber auf jeden Fall immer top-informiert über den neuesten Klatsch und sofort bereit ihn weiter zu tragen. Sie können sich sicher sein, wenn Sie ihr den neuesten Büroklatsch erzählen, weiß am nächsten Tag jeder der mit der Tratschtante Kontakt hatte bescheid.

Hashgraph denkt dieses Prinzip noch einen Schritt weiter: Wenn Sie wissen, dass Ihre Tratschtante in Verbindung mit einer zweiten Tratschtante steht, weiß übermorgen auch deren Bekanntenkreis über die pikanten Liebschaften in Ihrem Büro bescheid. Um Information möglichst schnell zu streuen, müssen Sie gezielt an solche Tratschtanten die Neuigkeiten verteilen.

Im Gegensatz zur nicht so stillen Post des Büroklatsches hat Hashgraph einen großen Vorteil: Es kann angenommen werden, dass ein jeder Bekannter im Normalfall ehrlich ist und nicht versehentlich die Information verfälscht.

Hashgraph und Kommunikation, Fairness und Korrektheit

Das Hashgraph-Whitepaper definiert einen simplen Algorithmus: Jeder Teilnehmer im Netzwerk, synchronisiert regelmäßig seinen aktuellen Wissensstand mit einigen anderen zufällig ausgewählten Teilnehmer. Außerdem merkt er sich mit wem er getratscht hat und teilt auch dies bei jeder Synchronisation mit.

Um die Korrektheit der Neuigkeiten zu bestimmen, wird, ähnlich wie bei Bitcoin, mit digitalen Signaturen gearbeitet. Das besondere an Hashgraph ist das Versprechen, dass die Transaktionen anhand des First-In First-Out Prinzips geordnet sind. Es ist also nur der Zeitpunkt entscheidend an dem die Nachricht abgeschickt wurde und nicht eine etwaige Fee an Miner – denn weder Gebühren noch Miner gibt es im Netzwerk.

Um die Nachrichten ordnen zu können, muss ein Konsensus im Netzwerk zwischen den Teilnehmern hergestellt werden. Der naive Ansatz wäre, die Netzwerkteilnehmer abstimmen zu lassen. Bei nur 100 Teilnehmern im Netzwerk wären das bereits mindestens 10.000 Nachrichten.

Der Hashgraph-Algorithmus löst das auf, in dem die Abstimmungen nur virtuell durchgeführt werden. Da wir annehmen können, dass jeder Teilnehmer ehrlich ist, ist es zulässig, anzunehmen, dass auch alle im Bekanntenkreis eines Teilnehmers gleich abstimmen.

Eine jede Synchronisation teilt dem anderen Knoten mit welche Synchronisationen statt gefunden haben sowie welche Transaktionen dem Knoten bekannt sind. Um also zu wissen, wer von welchem Ereignis erfahren hat, wird eine Eigenschaft ermittelt, die im Whitepaper als strongly seeing definiert wird.

Auf Deutsch könnte man das als unübersehbar übersetzen. Es bedeutet, dass es eine direkte Kette des Tratsches zwischen Teilnehmer A und Teilnehmer F gibt, solange klar ist, dass A sich mit B, B mit C, C mit D, D mit E und E mit F synchronisiert hat. Die Information wer mit wem getratscht hat, wird in einer speziellen Datenstruktur gespeichert die zwischen den Teilnehmern im Netzwerk synchronisiert wird. Diese Datenstruktur ist der Hashgraph.

Sie ist platzsparend, da es unerheblich ist, was C mit E synchronisiert hat wenn ich den Wissensstand von A habe und nur enthält mit wem sich die Knoten synchronisiert haben.

Formale Logik und mathematische Beweise

Das Whitepaper trumpft mit einer reihe formaler Definitionen auf die dann herangezogen werden die Behauptungen im mathematischen Sinne zu beweisen. Das bedeutet, dass alle Angaben unter der Annahme bestimmter Bedingungen erfüllt sind.

Es ist also defakto möglich nicht nur eine totale Ordnung der Transaktionen zu ermitteln, sich der Konsistenz der Daten absolut sicher zu sein sondern das auch noch relativ schnell in einem Peer-to-Peer-Netzwerk ohne Transaktionskosten implementiert zu sehen.

Das große Problem daran ist allerdings, dass eine sehr wichtige Grundanahme ist, dass es möglich zu einem beliebigen Zeitpunkt zu wissen Welche Knoten im Netzwerke sind.

Beim ersten Mal lesen scheint das harmlos zu sein. Es wird nur erwähnt, dass es klar sein muss wer wen sieht und es nötig ist zu wissen wieviele Knoten es insgesamt gibt um bestimmte Eigenschaften zu errechnen und angenommen wird.

Faktisch bedeutet das allerdings:

Hashgraph ist kein dezentrales Netz da eine Zugangs- und Abtrittskontrolle mit Register nötig sind.

So wie Ripple? Wo kann ich kaufen!?

Hashgraph ist im Moment keine Kryptowährung. Es ist ein Algorithmus und ein sg. SDK um verteilte Systeme zu bauen. Im Gegensatz zu Ripple, die eine Blockchain-Lösung mit zentralem Register für die Validator-Knoten aufgebaut haben, und einen Token handeln, ist Hashgraph eine Technologie.

Das Unternehmen hinter Hashgraph nennt sich Swirlds Inc. und bietet das SDK gratis zum Ausprobieren an. Ich habe mir ihre Beispielanwendungen auf Github angesehen und finde, dass es nach einem netten Framework aussieht.

Allerdings sehe Hashgraph weniger in Konkurrenz mit Bitcoin, IOTA oder einer anderen Blockchain sondern mehr in Konkurrenz mit Lösungen für verteilte Systeme wie verschiedene Queue-Bibliotheken, Space-Based-Bibliotheken oder RMI-Bibliotheken.

Es gibt also keine Token zu kaufen. Es ist nur ein Stück fein ausgedachter Technologie.

Einsatzgebiete für Blockchains

Blockchains und verteilte Kryptosysteme generell, kennen drei verschiedene Anwendungsfälle:

  1. Private Blockchains
  2. Permissioned Blockchains
  3. Public Blockchains

Private Blockchains sind komplett abgeschottet. Die Kontrolle über diese Blockchain liegt bei dem Schöpfer. Das macht Sinn für Systeme die nach außen hin unerreichbar sein sollen, wie zB. Sensornetzwerke und erlauben es echte Low-Energy-Ansätze für die Sensorknoten zu wählen. (Im Gegensatz zu IOTA).

Public Blockchains sind völlig offen und definieren ein Protokoll an das sich jeder zu halten hat. Bitcoin ist der bekannteste Vertreter dieser Gruppe. Es steht jedem offen einen Mining-Knoten, Full-Node oder nur ein Wallet zu erstellen. Es gibt keine zentrale Stelle die den Stecker ziehen könnte oder einzelne Mitglieder ausschließen könnte.

Permissioned Blockchains sind eine Mischung aus diesen beiden Kategorien. Ripple ist der bekannteste Vertreter dieser Gruppe da die Validator-Knoten (in Bitcoin-Terminologie „Miner“) nur von Unternehmen betrieben werden können die vom Unternehmen Ripple autorisiert wurden. IOTA kann auch dazu gezählt werden solange die Firma noch den Coordinator-Node betreibt. (Auch wenn das ein Thema für Kontroversen ist, siehe IOTA is centralized, Reddit IOTA decentralized discussion, etc.)

Besser als IOTA, Bitcoin und co?

Ob Hashgraph die bessere Lösung ist, muss anhand des Use-Cases entschieden werden. Ich habe hier einmal eine kleine Gegenüberstellung von IOTA, Bitcoin und Hashgraph gemacht. Sehen Sie und urteilen Sie selbst.

Hashgraph

IOTA

Bitcoin

Öffentlich

Nein

Ja

Ja

Zentralisiert

Ja

Teilweise

Nein

Verfügbarkeit der Technologie

Closed Source (mit Audits), Lizenzkosten

Open Source, gratis

Open Source, gratis

Transaktionsgeschwindigkeit

Schnell

Schnell beim Erstellen

Marktabhängig, schwankt ständig

IoT geeignet

Ja

Teilweise (nicht für low-energy)

Nein

Datenkonsistenz

Ja (eventual consistency)

Nein (nur hohe Wahrscheinlichkeit)

Nein (nur hohe Wahrscheinlichkeit)

Fälschungssicher

Ja

Ja

Ja

Transaktionskosten

Keine

Keine

Marktabhängig, schwankt ständig

Kurz zusammengefasst, heißt das für mich, dass IOTA, Bitcoin und Hashgraph jeweils Bereiche haben in denen Sie die Konkurrenz übertrumpfen. Wo welche Technologie zum Einsatz kommt muss also für jeden Einzelfall entschieden werden.

Sparplan für Kryptowährungen – Handarbeit mit Profit

Disclaimer: Die als Werbelink gekennzeichneten Anbieterlinks führen zu den Betreibern. Falls Sie sich nach dem Klick auf so einen Link registrieren, bekomme ich als Vermittler eine kleine Provision. Darum handelt es sich um Werbung. Das ändert nichts daran, dass ich diese Services genauso verwende wie im folgenden Text beschrieben.

Die Frage wie man seine Kryptowährung kaufen sollte, stellt sich jeder. Ich persönlich bin der festen Überzeugung, dass der Kryptomarkt wachsen wird. Allerdings tut er das nicht stetig. Ganz im Gegenteil! Die letzten Monate haben gezeigt, wie schnell Währungskurse in die Höhe schießen können und wie schnell sie auch wieder abstürzen können.

Meiner Meinung nach, haben alle Währungen mit einem ordentlichen Fundament ihren Token-Preis gesteigert. Bei der Beobachtungen der Kurse ist mir noch etwas aufgefallen: Ich bin nicht dazu in der Lage beurteilen zu können, wann etwas Hype ist und wann etwas wirklich ein solides technisches Fundament besitzt. Deshalb habe ich mir meine Strategie auf folgenden Überzeugungen aufgebaut:

  1. Der Kryptomarkt wird wachsen und den Wert bestimmter Token steigern.
  2. Kurzfristige und sehr massive Wertänderungen sind irrational und für mich unmöglich vorherzusagen.
  3. Ich wähle Kryptowährungen anhand ihres technischen Nutzens aus und bin dazu in der Lage das technische Fundament zu begreifen.

Daraus ergibt sich die klare Regel: All-In geht nicht. Ich weiß nicht wann ich viel zu teuer kaufe oder den Glücksgriff meines Lebens mache. Daher kaufe ich stetig nach und hoffe darauf, dass sich zu teuer gekaufte Token auf die lange Sicht mit den billig gekauften die Waage halten und ich durch den generellen Aufwärtstrend Profite mitnehmen kann.

Mein Kryptoanlageplan zusammengefasst

Aus den oben genannten Überzeugungen, habe ich mir folgenden Plan zurecht gelegt;

  • Ich kaufe jedes Monat für 50€ Kryptos. Bei diesen Fix-Käufen, kaufe ich entweder Ethereum oder Bitcoin.
  • Kryptowährungen denen ich eine Zukunft vorhersage (Ripple, Litecoin, Bitcoin, Ethereum, NEO, etc.) werden noch zusätzlich nachgekauft. Diese Zusatzkäufe werden durch kurzfristige Preisabfälle automatisch ausgelöst.

Graue Theorie in der Praxis

In der Praxis kaufe ich bei Coinbase(Werbelink), Bitpanda(Werbelink), BTC Direct und Kraken.

Kraken nutze ich zur Zeit auch, um automatisiert zu kaufen wenn der Kurs fällt. Diese Bestellungen nennt man im Trader-Jargon auch Orders bzw. Limit-Orders. Das Limit bzw. die Bedingung die zur Auslösung des Kaufs führt, ist eine Preisänderung.

Um das zu nutzen, legt man sich einen Account auf Kraken an, überweist eine bestimmte Menge an Euros auf den Kraken-Account und erstellt seine Regeln. Nachdem der Account verifiziert ist und die Euros aufgeladen sind, kann man auch schon damit beginnen die Order anzulegen. Dazu wählt man in der Navigationsleiste Trade und darunter New Order aus.

Danach bekommt man die einfachste Simple-Variante für eine Order-Erstellung angezeigt. In unserem Fall wechseln wir allerdings auf Advanced.

Dort klappt sich ein relativ großes Formular aus. Ich persönlich rechne lieber in Euro als Bitcoin und stelle von XBT (Bitcoin) auf EUR um.

Danach wähle ich aus, dass ich gerne für 100€ Bitcoin kaufen möchte. Buy-Order ist bereits vorausgewählt. Danach kann ich über den Limit-Preis bestimmen, wann ich tatsächlich kaufen möchte. Der Limitpreis kann relativ in Prozent angegeben werden oder absolut in Euro (bzw. BTC). In meinem Fall, möchte ich, dass sofort gekauft wird, wenn jemand 10% unterhalb des aktuellen Marktpreises Bitcoin verkauft. Daher wähle ich das Minus aus, tippe 10 ein und klicke auf das Prozentzeichen. Das sieht dann so aus:

Klickt man unten auf „Buy XBT with EUR“, bekommt man noch einmal eine Zusammenfassung.

Im besten Fall ist die Order nach der finalen Bestätigung erstellt. Warum im besten Fall? Aktuell hat Kraken technische Probleme die dazu führen, das man es viele Male probieren muss, bis die Order tatsächlich erstellt ist. Ich habe bereits ein Support-Tickent mit der Nummer 877087 erstellt.

Ist das garantierter Erfolg?

Hier handelt es sich um meine persönliche Strategie. Ich bin kein Finanz- bzw. Vermögensberater und dementsprechend nicht in der Lage Ihnen zu sagen, ob diese Strategie für sie die beste ist. Möglicherweise verstehen Sie etwas von technischer Chart-Analyse oder sind viel besser in der Kryptoszene vernetzt um schneller agieren zu können. Bitte nehmen Sie diesen Artikel nur als einen Diskussionsbeitrag wahr und nicht als Vermögensberatung.

Wie immer gilt: Diese Strategie verspricht keinen 100% Erfolg.

In einem Folge-Artikel werde ich noch ein Tool vorstellen, dass Sie die Performance dieser Taktik mit historischen Daten testen lässt.

Außerdem werde ich noch nach einer Empfehlung auf Facebook Coinbase mit GDAX testen.

Wenn Sie Anregungen, Fragen oder Kritik haben, zögern Sie bitte nicht und schreiben Sie einen Kommentar!

 

 

 

 

 

Marktkapitalisierung einer Kryptowährung – Was ist das?

Vor kurzem bin ich in einer FB-Gruppe auf eine Diskussion gestoßen, deren Inhalt mich vor allem verwirrt hat. Es ging darum, ob es besser sei ob der Token einer neuen Kryptowährung mehr oder weniger Euro wert sein soll.

Mein erster Impuls war die Feststellung: Das ist egal. Die Marktkapitalisierung bzw. auf Englisch Market Capitalization (kurz auch Market-Cap) bleibt ja gleich. Da ging dann die Diskussion los, dass es besser sei wenn ein Token mehr wert sei, da das insgesamt den Wert der Währung steigere.

Das ist Falsch! Doch während der Erklärung viel mir auf, dass es da tatsächlich einiges zu beachten gibt.

Marktkapitalisierung – wieviel ist die Währung wert?

Die Marktkapitalisierung ist der Gesamtwert einer Kryptowährung. Das bedeutet, es ist die Summe des Werts aller Token die eine Währung im Markt hat.

Die Formel dafür ist sehr simpel. Wenn N die Gesamtanzahl der Token einer Kryptowährung sind und w der Wert in Euro, dann ist die Marktkapitalisierung K gleich N * w.

K = N * w

Der Wert eines Tokens wird durch Angebot und Nachfrage definiert, womit es also eine zeitabhängige Funktion ist.

Das spannende bei Bitcoin ist, dass diese Definition gleich an zwei Stellen problematisch ist:

  1. Viele, viele Menschen habe durch ein Missgeschick ihre Keys zu den Wallets verloren. Diese Bitcoins sind unwiederbringlich verloren und können nicht weiterverkauft werden. Sie sind de facto wertlos da sie nicht gehandelt werden können.
  2. Bitcoins haben eine in die Währung eingebackene Maximalanzahl an Bitcoins. Allerdings sind wir dort noch lange nicht angekommen. Alle zehn Minuten wird ein neuer Block generiert und mit diesem Block werden auch neue Bitcoins erzeugt. Damit ändert sich ständig die Anzahl der Bitcoins.

Das bedeutet, unser N ist eigentlich ein zeitabhängiger Funktionswert. Dieser setzt sich aus der Anzahl der handelbaren bzw. verwendbaren Token und der Anzahl derer, deren Zugang verloren ist, zusammen.

N(t) = N_verwendbar(t) + N_verloren(t)

Das heißt: die korrekte Formel wäre:

K(t) = N_verwendbar(t) * w(t)

Spannend ist dieser Punkt, da w(t) zwar einfach zu bestimmen, N(t) aber unmöglich zu ermitteln ist. Es ist möglich die aktuell verfügbare Anzahl auszurechnen. Außerdem definieren deflationäre Währungen wie Bitcoin auch die Obergrenze für verfügbare Token. Allerdings ist es unmöglich zu wissen, wieviele Token verloren sind.

Manchmal wissen Betroffene nicht einmal mehr, dass sie ihre Zugangsdaten verloren haben. Durch den dezentralen Aufbau gibt es keine zentrale Instanz, die durchzählen kann.

Defakto ist der theoretische Wert eines Bitcoins größer als der aktuelle Marktwert, da das Angebot kleiner ist als es die reinen Zahlen von N(t) suggerieren.

Warum wird die Marktkapitalisierung nicht größer mit dem Token-Wert?

Der Preis steigt mit der Nachfrage, wenn dem ein gleichbleibendes bzw. sinkendes Angebot gegenüber steht. Wenn die Nachfrage konstant ist und das Angebot steigt, sinkt dementsprechend der Preis.

Im Falle unserer Marktkapitalisierung bedeutet das, dass der Preis für einen Token verhältnismäßig steigt bzw. sinkt wenn die Nachfrage konstant bleibt aber die Gesamtanzahl der Tokens verändert wird.

Bitcoin? Größerer Token-Wert, größere Marktkapitalisierung!

Im Falle von Bitcoin hat sich die Marktkapitalisierung von knapp 16 Milliarden Dollar auf beinahe 120 Milliarden Dollar hochgeschraubt.

Fakt ist, dass mit jedem neuen Block neue Bitcoin generiert werden. Das sind am Tag immerhin 1.800 BTC! Auf’s Jahr gesehen, sind das 657.000 BTC. Theoretisch, sollte das ständig für Inflation sorgen. Das heißt, bei konstanter Nachfrage würde ein steigendes N(t) automatisch den Wert von w(t) sinken lassen. Das ist Inflation.

Jedoch ist die Nachfrage überproportional gestiegen, so dass w(t) sogar noch gestiegen ist!

Ein Wirken der freien Kräfte!

Unregulierter Wilder Westen. So oder so ähnlich kommt mir die Krypto-Welt im Moment vor. Dementsprechend, kann sich der Kapitalismus in all seinem Schrecken aber auch all seinem Glanz präsentieren.

Nachdem ich nun all das geschrieben habe, ist mir klar geworden, dass es tatsächlich nicht so trivial ist, wie sich der Preis entwickelt. Dafür gibt’s einfach zuviele Faktoren die, die Preiskurve beschreiben.

Zusammengefasst: Neue Währung – Konstante Nachfrage

Wenn eine neue Währung die Bühne betritt, so ist die Nachfrage Euro in diese neue Währung zu tauschen konstant. Dementsprechend ändert der Preis für einen Token nichts an der Marktkapitalisierung.