Bitcoin Futures – Shorten die Börse Bitcoin zu Tode?

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Bitcoin Futures werden ab heute – also dem 10.12.2017 – ausgegeben. Futures sind ein Werkzeug der Finanzindustrie um mit schwankenden Kursen Profit zu machen. Daher geht das Schreckgespenst der Bitcoin-Kursmanipulations mittels Futures um. Der folgende Artikel erklärt was Futures sind, warum die Angst der Manipulation nicht unbegründet ist und warum es dem Bitcoin auch zu weiteren Kurssteigerungen verhelfen könnte.

Futures – Was ist ein Terminkontrakt?

Die Wiener Börse definiert Futures ganz einfach. Ein Future, oder zu Deutsch Terminkontrakt, ist eine bindende Abmachung zwischen einem Käufer und einem Verkäufer etwas zu kaufen bzw. verkaufen. Dabei liegt der Liefertermin in der Zukunft und der Preis wird bereits zu Vertragsabschluss fest gesetzt.

Ursprünglich handelt es sich bei dieser Art der Geschäfte um eine Form von Versicherung. Derjenige, der kauft spekuliert auf einen Kursgewinn zum Lieferzeitpunkt. Derjenige der zu einem Fixpreis verkauft, möchte sich gegen etwaige Kursstürze absichern. Das ist insbesondere für die Landwirtschaft interessant, da es hier zu massiven Schwankungen im Kurs abhängig vom Wetter kommen kann. Fällt der Preis, macht der Verkäufer ein gutes Geschäft. Steigt der Preis hingegen, macht der Käufer ein gutes Geschäft.

Da der Käufer auf einen bestimmten, zukünftigen Preis spekuliert, spricht man auch häufig von „Wetten“. Im Börsendeutsch nennt sich die Position des Käufers „Long Position“ und die des Verkäufers „Short Position“.

Kursmanipulation durch Futures?

Ich bin im Jahr 2017 in den Kryptomarkt eingestiegen. Und eine Lektion die ich sehr schnell gelernt habe war, dass weder technisches noch kaufmännisches Verständnis eine Grundvorraussetzung für finanziellen Erfolg sind. Ich persönlich fokussiere mich auf die Technologie und bin immer wieder überrascht mit welchen leeren Phrasen bestimmte Währungen gehyped werden sollen.

Sei es ein angeblich unendlich skalierbares System, ein „tolles Team“ oder die angebliche Beratertätigkeit von Vitalik Buterin. Es geht immer Richtung Mond – manchmal sehe ich sogar Leute, die auf Dogecoin setzen – wobei Dogecoin eine Spaßwährung ist, an der seit zwei Jahren nicht mehr gearbeitet wird.

Kurz gesagt: Psychologie spielt eine sehr große Rolle wenn es um die Preisfindung von Währungen geht, die keinen inhärenten Wert haben. Das einzige, das Bitcoin Wert verleit, ist, dass es Menschen gibt die dafür bereit sind Euro bzw. Dollar zu zahlen. Wenn nun jemand den Bitcoin shortet und viele Millionen Euro darauf setzt, dass der Kurs fällt, kann das Leute verunsichern. Wenn ein Multimilliarden-Dollar-Fond darauf setzt, dass der Bitcoin fällt, sollte sich jeder vernünftige Mensch fragen: Was wissen die, das ich nicht weiß?

Diese Unsicherheit kann eine Kettenreaktion auslösen und dazu führen, dass der Preis fällt. Kursmanipulationen sind auch bei Bitcoin nichts Neues (siehe zB. Spoofy), doch die Größe der Akteure am Markt verändert sich durch die leichtere Zugänglichkeit mittels Futures. Nur zur Erinnerung, während ich diese Zeilen tippe, hat Bitcoin eine Marktkapitalisierung von ca. 234 Milliarden Dollar. Ein einzelnder, großer Hedgefund hat lt. Business-Insider zwischen 1 Milliarde und 5 Milliarden USD unter Kontrolle. Solche Funds könnten mit weit mehr als 2 Millionen USD das Spielfeld betreten und daher auch größeren Schaden anrichten als zB. oben genanntes Spoofy.

Die Gefahr durch Short-Positionen ist nicht von der Hand zu weisen.

Futures als Versicherung

Wer hat ein Interesse daran Bitcoin zu shorten? Kurz gesagt: Miner.

Zuerst klingt das absurd. Miner sollen ein Interesse daran haben, ihre Bitcoin zu einem Fixpreis abzustoßen der heute fest gesetzt wird und übermorgen schlagend wird? Haben die denn nicht die Charts der letzten Monate gesehen?


Mastering Bitcoin – Antonopoulos erklärt Bitcoin auf technischer Ebene ausgezeichnet(APL)

Andreas M. Antonopoulos, ist eine Persönlichkeit in der Kryptoszene dem man sehr gut zuhören sollte. Er versteht die Währungen nicht nur auf der technischen Ebene ausgezeichnet, sondern sieht auch das große Ganze. In einem Vortrag, hat er sich sehr positiv über Bitcoin-Futures geäußert:


Antonopoulos Vorträge in einem Buch zusammen gefasst. Lesenswert!(APL)

Die Grundidee ist, dass die massiven Kursschwankungen dazu führen können, dass zu dem Tag an dem der Miner seine Stromrechnung bezahlen muss, gerade eine Talsohle bzgl. Bitcoin-Kurs durchquert werden muss. Kurz gesagt: Der Cashflow ist damit nicht gegeben. Der Miner könnte entweder seine Bitcoin viel zu günstig verkaufen oder er müsste wo anders Schulden machen um seine Rechnungen zu bezahlen.

Die Lösung dafür ist, dass er zu Beginn des Monats einen Future abschließt. Dabei verkauft er zB. 10% der Bitcoin die gemined werden zu einem Festpreis mit dem er die laufenden Kosten zahlen kann. Läuft alles gut, macht er großen Profit mit den restlichen 90% seiner Bitcoin. Stürzt der Kurs ab, kann er mit den 10% seine Rechnungen bedienen und auf bessere Kursentwicklung warten.

Wo Licht, da auch Schatten

Antonopoulos hat am Ende seiner Ausführung ein etwas lächerlich-künstliches Lachen aufgesetzt und gemeint, Futures würden vor allem Volumen in den Bitcoin pumpen. Aber braucht das der Bitcoin denn? Ja, das braucht er!

Wie ich im Artikel über Marktkapitalisierung geschrieben habe, ist der Bitcoin aktuell noch eine inflationäre Währung. Es werden jeden Tag 1.800 Bitcoin erzeugt. Das bedeutet, dass beim aktuellen Bitcoinpreis von ca. 12.000€, etwa 2.2 Millionen Euro jeden Tag zusätzlich in den Markt gepumpt werden müssen nur um den Preis zu halten.

Wenn nun durch Terminkontrakte zusätzliches Kapital ins Spiel fließen, kann das langfristig eine positive Entwicklung für die gesamte Infrastruktur rund um Bitcoin bedeuten. Kurfristig könnte dennoch ein Rutsch nach unten ansetzen.

Also, keep cool and hodl it*

*das ist keine Finanzberatung oder Anleitung zur Vermögensverwaltung

Se­ri­o­si­tät von Unternehmen bewerten oder warum ich nicht in Optioment investiert habe

In der Kryptoszene gibt es mittlerweil einige Unternehmen die mit hohen Renditen werben, die noch vor zwei Monaten völlig irrsinnig und übertrieben hoch schienen. Die letzten Wochen haben diesen Anbietern allerdings einen Hauch von Glaubwürdigkeit verliehen, da sich der Wert des Bitcoin beinahe verfünffacht hat. Wer ist ein Betrüger und wer schüttet Gold bzw. Bitcoin über meinem Haupt aus? Kurz gesagt: ich weiß es nicht. Der folgende Artikel gibt einen kleinen Abriss darüber wie ich mich entscheide und warum ich mich gegen ein Investment bei Optioment entschieden habe.

Ehrlich wie die Baubranche

Ein Schnäppchen zu ergattern ist eine große Freude, jedenfalls für mich. Das scheint auch viele andere zu gelten, da insbesondere Branchen wie die Baubranche viele Unternehmer anlocken, die versuchen genau das auszunutzen. Dabei wird mit vielen dreckigen Tricks gearbeitet. Deshalb hat die Wirtschaftskammer bzw. deren Innung Bau, eine Checkliste für die Auswahl von Baufirmen herausgebracht. Diese Checkliste soll den Kunden ein paar leichte Werkzeuge an die Hand geben, um schnell zu prüfen ob das Unternehmen seriös auftritt oder nicht.

Finanzdienstleister haben ein ähnliches Image-Problem. Man muss nicht weit zurückgehen um auf etwaige Nepps bzgl. Lebensversicherungen oder Telekommunikationsfirmenaktien zu stoßen. Die Finanzprodukte die vertreten werden sind häufig renditenschwach aber wiegen schwer wenn es um die Kosten geht. Zumindestens bin ich zu diesem Schluss gekommen als ich vor zwei Jahren mal tiefer in die Materie vorgestoßen bin. (Dabei ist auch ein simples Simulationsprogamm entstanden. Gratis und als OpenSource verfügbar.)

Die WKO Checkliste nehme ich her, um meinen initialen Check von Optioment zu erweitern und zu erklären warum ich nicht investiert habe.

Optioment – Was ist das?

Optioment ist ein Krypto-Investmentunternehmen mit Sitz in Costa Rica. Jedenfalls nach Eigenauskunft auf der Website. Das Unternehmen selbst lockt mit unglaublich attraktiven Sparplänen. Der renditenschwächste Plan sieht vor bei einem Minimalinvest von 0,15 BTC auf 26 Wochen, pro Woche 1,5% Rendite, in der Form von zusätzlichen Bitcoin auszuschütten. Dabei gibt es eine Reinvestquote von minimal 30% und maximal 70%. Das Kapital bleibt ein Jahr gebunden und kann dann angeblich frei behoben werden.

Überschlagsmäßig, ohne den Reinvest zu betrachten, kann man die Rendite mit einer simplen Formel ausrechnen:

Das bedeutet in der Minimalversion wird innerhalb eines halben Jahres von 0.15 BTC auf ca. 0.221 anwachsen. Das entspricht einem BTC-Zuwachs von 67,9%! In der Rendite sind die Kursgewinne vom Bitcoin noch gar nicht eingerechnet, was das ganze noch einmal attraktiver macht. Denn damit schlägt man auf jeden Fall Hodler. Denn die Bitcoin werden ja mehr!

Zu gut um wahr zu sein? Vielleicht. Hätte mir vor 9 Jahren gesagt, dass ich doch bitte Hundert Euro in BTC stecken soll um nur nach 10 Jahren ohne jegliches Risiko als Multimillionär vom Feld zu gehen, hätte ich ihn auch ausgelacht. Im Nachhinein betrachtet, hätte ich es wohl tun sollen …​

Konservativ oder All-In?

Who-Is Eintrag von Optioment. Auf mich wirkt das abschreckend.

Zu dem Zeitpunkt in dem ich diese Zeilen tippe, entsprechen 0.15 BTC grob aufgerundet ca. 1400€. Ist jetzt nicht wenig Geld, allerdings auch keine Summe die mich in’s Armenhaus bringt. Ich habe dennoch nicht in Optioment investiert aus den folgenden Gründen:

  • Kein Impressum auf der Website
  • Firmenstandort nur so nebenbei im Fließtext erwähnt
  • Keine Angaben zu einem etwaigen Firmenregister, Gründer etc. auffindbar
  • Gerichtsstand unklar
  • Im Domain-Register findet man nur eine Firma die auf Anonymisierung spezialisiert ist
  • Die meisten, sehr schlecht aufbereiteten Infos im Netz zu der Firma werden von unseriösen Bloggern publiziert. Diese Blogger verdienen mit jeder Registrierung über ihre Seite Geld, weisen häufig nicht oder nur versteckt auf diese Partnerschaft hin und verwenden immer ominöse „Partner“ als Informationsquelle. Zusätzlich verschleiern sie selbst ihre Identität, was zB. nach Österreichischem Recht illegal ist.

Für letzteres kann Optioment natürlich nichts. Für die anderen Punkte sind sie jedoch selbst verantwortlich. Der Fairness bleibt es geschuldet, dass mir auf Facebook einige Optioment-Kunden zugesichert haben, dass es dennoch mit rechten Dingen zuginge. Diese waren allerdings weniger als ein Jahr Kunde – und damit noch nicht an dem Punkt an dem die volle Einlage zurück überwiesen wird – weshalb mich persönlich das nicht überzeugen konnte.

Meine persönliche Checkliste für Unternehmen

Im Falle von Optioment bin ich folgende Liste durchgegangen:

Check Durchführung Erfüllt Optioment die Anforderung?

Impressum

Auf der Website suche ich nach einem Impressum. Auf Englisch sprachigen Seiten versteckt sich das auch häufig hinter „Contact“. Dort muss klar definiert sein wo das Unternehmen seinen Sitz hat, welche Rechtsform es besitzt und unter welcher Adresse es erreichbar ist.

Nein

Domain-Informationen

Eine jede Domain bzw. Website-Adresse wird registriert. Diese Registerinformationen sind öffentlich über den Who-Is-Service einsehbar. (zB. auch mit dieser Website who.is). Die Informationen dort sollten mit denen im Impressum übereinstimmen.

Nein. Die Informationen zeigen auf einen Anonymisierungsdienst

Firmenregister

Das hängt vom Firmensitz ab. Siehe auch Checkliste von der WKO

Nein. Einzige Adresse die ich auf Xing gefunden habe, zeigt auf ein Hotel.

Vertrag verständlich

Vor dem Abschluss des Investments muss der Vertrag mit dem Dienstleister konzentriert durchgelesen werden. Bei höheren Summen würde ich noch einen Anwalt dazu nehmen. Dieser Vertrag sollte keine verdächtigen Klauseln beinhalten und das zusichern, das auch das Werbematerial zusichert.

Nein. Bei der Registrierung führt der Terms and Conditions-Link ins Leere.

Referenzen

Entweder gibt es dezidierte Bewertungsportale die auch über Google gefunden werden können oder direkt vom Konsumentenschutz oder in Österreich von der Arbeiterkammer Informationen. Ansonsten helfen nur Erfahrungsberichte von anderen Kunden.

Teilweise. Es gibt zufriedene Kunden. Von den Instituten wie Konsumentenschutz habe ich keine Informationen bekommen.

Angebot realistisch

Was ist schon realistisch? Schwer einzuschätzen. Aber es sollte dennoch nicht nach „Zu gut um wahr zu sein“ klingen. Denn dann ist es das meistens

Nein, es klingt einfach zu gut um wahr zu sein.

Wie gesagt, mir haben auch schon Leute versichert, dass sie zufrieden mit Optioment sind. Vielleicht denke ich in 10 Jahren das gleiche, dass ich jetzt über die 100€ für BTC in 2009 denke. Aber das Bild, welches Optioment vermittelt, gefällt mir einfach nicht.

Hashgraph – Tratsch über Tratsch

Hashgraph wird als Blockchain-Killer gehandelt. Selbst IOTA soll im Angesicht der angeblich überragenden Transaktionsgeschwindigkeiten erblassen.

Denn Hashgraph verspricht gleich mehrere hervorragende Dinge:

  • Sichere Kommunikation mit sgn. byzantinischen Fehlertoleranz
  • Schnelle und kostenlose Transaktionen
  • Korrektheit, Konsistenz und Integrität der Daten
  • Faire Kommunikation

Der folgende Artikel handelt davon was Hashgraph ist, wie es funktioniert und warum die Behauptungen stimmen aber von Blockchain-Killer keine Rede sein kann.

Hashgraph – Tratsch auf einer neuen Ebene

In der Schule gab es sie schon und vermutlich haben Sie immer noch so jemanden in Ihrem Freundeskreis: Die Tratschtante. Nicht zwangsläufig eine Frau aber auf jeden Fall immer top-informiert über den neuesten Klatsch und sofort bereit ihn weiter zu tragen. Sie können sich sicher sein, wenn Sie ihr den neuesten Büroklatsch erzählen, weiß am nächsten Tag jeder der mit der Tratschtante Kontakt hatte bescheid.

Hashgraph denkt dieses Prinzip noch einen Schritt weiter: Wenn Sie wissen, dass Ihre Tratschtante in Verbindung mit einer zweiten Tratschtante steht, weiß übermorgen auch deren Bekanntenkreis über die pikanten Liebschaften in Ihrem Büro bescheid. Um Information möglichst schnell zu streuen, müssen Sie gezielt an solche Tratschtanten die Neuigkeiten verteilen.

Im Gegensatz zur nicht so stillen Post des Büroklatsches hat Hashgraph einen großen Vorteil: Es kann angenommen werden, dass ein jeder Bekannter im Normalfall ehrlich ist und nicht versehentlich die Information verfälscht.

Hashgraph und Kommunikation, Fairness und Korrektheit

Das Hashgraph-Whitepaper definiert einen simplen Algorithmus: Jeder Teilnehmer im Netzwerk, synchronisiert regelmäßig seinen aktuellen Wissensstand mit einigen anderen zufällig ausgewählten Teilnehmer. Außerdem merkt er sich mit wem er getratscht hat und teilt auch dies bei jeder Synchronisation mit.

Um die Korrektheit der Neuigkeiten zu bestimmen, wird, ähnlich wie bei Bitcoin, mit digitalen Signaturen gearbeitet. Das besondere an Hashgraph ist das Versprechen, dass die Transaktionen anhand des First-In First-Out Prinzips geordnet sind. Es ist also nur der Zeitpunkt entscheidend an dem die Nachricht abgeschickt wurde und nicht eine etwaige Fee an Miner – denn weder Gebühren noch Miner gibt es im Netzwerk.

Um die Nachrichten ordnen zu können, muss ein Konsensus im Netzwerk zwischen den Teilnehmern hergestellt werden. Der naive Ansatz wäre, die Netzwerkteilnehmer abstimmen zu lassen. Bei nur 100 Teilnehmern im Netzwerk wären das bereits mindestens 10.000 Nachrichten.

Der Hashgraph-Algorithmus löst das auf, in dem die Abstimmungen nur virtuell durchgeführt werden. Da wir annehmen können, dass jeder Teilnehmer ehrlich ist, ist es zulässig, anzunehmen, dass auch alle im Bekanntenkreis eines Teilnehmers gleich abstimmen.

Eine jede Synchronisation teilt dem anderen Knoten mit welche Synchronisationen statt gefunden haben sowie welche Transaktionen dem Knoten bekannt sind. Um also zu wissen, wer von welchem Ereignis erfahren hat, wird eine Eigenschaft ermittelt, die im Whitepaper als strongly seeing definiert wird.

Auf Deutsch könnte man das als unübersehbar übersetzen. Es bedeutet, dass es eine direkte Kette des Tratsches zwischen Teilnehmer A und Teilnehmer F gibt, solange klar ist, dass A sich mit B, B mit C, C mit D, D mit E und E mit F synchronisiert hat. Die Information wer mit wem getratscht hat, wird in einer speziellen Datenstruktur gespeichert die zwischen den Teilnehmern im Netzwerk synchronisiert wird. Diese Datenstruktur ist der Hashgraph.

Sie ist platzsparend, da es unerheblich ist, was C mit E synchronisiert hat wenn ich den Wissensstand von A habe und nur enthält mit wem sich die Knoten synchronisiert haben.

Formale Logik und mathematische Beweise

Das Whitepaper trumpft mit einer reihe formaler Definitionen auf die dann herangezogen werden die Behauptungen im mathematischen Sinne zu beweisen. Das bedeutet, dass alle Angaben unter der Annahme bestimmter Bedingungen erfüllt sind.

Es ist also defakto möglich nicht nur eine totale Ordnung der Transaktionen zu ermitteln, sich der Konsistenz der Daten absolut sicher zu sein sondern das auch noch relativ schnell in einem Peer-to-Peer-Netzwerk ohne Transaktionskosten implementiert zu sehen.

Das große Problem daran ist allerdings, dass eine sehr wichtige Grundanahme ist, dass es möglich zu einem beliebigen Zeitpunkt zu wissen Welche Netzwerke im Knoten sind.

Beim ersten Mal lesen scheint das harmlos zu sein. Es wird nur erwähnt, dass es klar sein muss wer wen sieht und es nötig ist zu wissen wieviele Knoten es insgesamt gibt um bestimmte Eigenschaften zu errechnen und angenommen wird.

Faktisch bedeutet das allerdings:

Hashgraph ist kein dezentrales Netz da eine Zugangs- und Abtrittskontrolle mit Register nötig sind.

So wie Ripple? Wo kann ich kaufen!?

Hashgraph ist im Moment keine Kryptowährung. Es ist ein Algorithmus und ein sg. SDK um verteilte Systeme zu bauen. Im Gegensatz zu Ripple, die eine Blockchain-Lösung mit zentralem Register für die Validator-Knoten aufgebaut haben, und einen Token handeln, ist Hashgraph eine Technologie.

Das Unternehmen hinter Hashgraph nennt sich Swirlds Inc. und bietet das SDK gratis zum Ausprobieren an. Ich habe mir ihre Beispielanwendungen auf Github angesehen und finde, dass es nach einem netten Framework aussieht.

Allerdings sehe Hashgraph weniger in Konkurrenz mit Bitcoin, IOTA oder einer anderen Blockchain sondern mehr in Konkurrenz mit Lösungen für verteilte Systeme wie verschiedene Queue-Bibliotheken, Space-Based-Bibliotheken oder RMI-Bibliotheken.

Es gibt also keine Token zu kaufen. Es ist nur ein Stück fein ausgedachter Technologie.

Einsatzgebiete für Blockchains

Blockchains und verteilte Kryptosysteme generell, kennen drei verschiedene Anwendungsfälle:

  1. Private Blockchains
  2. Permissioned Blockchains
  3. Public Blockchains

Private Blockchains sind komplett abgeschottet. Die Kontrolle über diese Blockchain liegt bei dem Schöpfer. Das macht Sinn für Systeme die nach außen hin unerreichbar sein sollen, wie zB. Sensornetzwerke und erlauben es echte Low-Energy-Ansätze für die Sensorknoten zu wählen. (Im Gegensatz zu IOTA).

Public Blockchains sind völlig offen und definieren ein Protokoll an das sich jeder zu halten hat. Bitcoin ist der bekannteste Vertreter dieser Gruppe. Es steht jedem offen einen Mining-Knoten, Full-Node oder nur ein Wallet zu erstellen. Es gibt keine zentrale Stelle die den Stecker ziehen könnte oder einzelne Mitglieder ausschließen könnte.

Permissioned Blockchains sind eine Mischung aus diesen beiden Kategorien. Ripple ist der bekannteste Vertreter dieser Gruppe da die Validator-Knoten (in Bitcoin-Terminologie „Miner“) nur von Unternehmen betrieben werden können die vom Unternehmen Ripple autorisiert wurden. IOTA kann auch dazu gezählt werden solange die Firma noch den Coordinator-Node betreibt. (Auch wenn das ein Thema für Kontroversen ist, siehe IOTA is centralized, Reddit IOTA decentralized discussion, etc.)

Besser als IOTA, Bitcoin und co?

Ob Hashgraph die bessere Lösung ist, muss anhand des Use-Cases entschieden werden. Ich habe hier einmal eine kleine Gegenüberstellung von IOTA, Bitcoin und Hashgraph gemacht. Sehen Sie und urteilen Sie selbst.

Hashgraph

IOTA

Bitcoin

Öffentlich

Nein

Ja

Ja

Zentralisiert

Ja

Teilweise

Nein

Verfügbarkeit der Technologie

Closed Source (mit Audits), Lizenzkosten

Open Source, gratis

Open Source, gratis

Transaktionsgeschwindigkeit

Schnell

Schnell beim Erstellen

Marktabhängig, schwankt ständig

IoT geeignet

Ja

Teilweise (nicht für low-energy)

Nein

Datenkonsistenz

Ja (eventual consistency)

Nein (nur hohe Wahrscheinlichkeit)

Nein (nur hohe Wahrscheinlichkeit)

Fälschungssicher

Ja

Ja

Ja

Transaktionskosten

Keine

Keine

Marktabhängig, schwankt ständig

Kurz zusammengefasst, heißt das für mich, dass IOTA, Bitcoin und Hashgraph jeweils Bereiche haben in denen Sie die Konkurrenz übertrumpfen. Wo welche Technologie zum Einsatz kommt muss also für jeden Einzelfall entschieden werden.

Sparplan für Kryptowährungen – Handarbeit mit Profit

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Die Frage wie man seine Kryptowährung kaufen sollte, stellt sich jeder. Ich persönlich bin der festen Überzeugung, dass der Kryptomarkt wachsen wird. Allerdings tut er das nicht stetig. Ganz im Gegenteil! Die letzten Monate haben gezeigt, wie schnell Währungskurse in die Höhe schießen können und wie schnell sie auch wieder abstürzen können.

Meiner Meinung nach, haben alle Währungen mit einem ordentlichen Fundament ihren Token-Preis gesteigert. Bei der Beobachtungen der Kurse ist mir noch etwas aufgefallen: Ich bin nicht dazu in der Lage beurteilen zu können, wann etwas Hype ist und wann etwas wirklich ein solides technisches Fundament besitzt. Deshalb habe ich mir meine Strategie auf folgenden Überzeugungen aufgebaut:

  1. Der Kryptomarkt wird wachsen und den Wert bestimmter Token steigern.
  2. Kurzfristige und sehr massive Wertänderungen sind irrational und für mich unmöglich vorherzusagen.
  3. Ich wähle Kryptowährungen anhand ihres technischen Nutzens aus und bin dazu in der Lage das technische Fundament zu begreifen.

Daraus ergibt sich die klare Regel: All-In geht nicht. Ich weiß nicht wann ich viel zu teuer kaufe oder den Glücksgriff meines Lebens mache. Daher kaufe ich stetig nach und hoffe darauf, dass sich zu teuer gekaufte Token auf die lange Sicht mit den billig gekauften die Waage halten und ich durch den generellen Aufwärtstrend Profite mitnehmen kann.

Mein Kryptoanlageplan zusammengefasst

Aus den oben genannten Überzeugungen, habe ich mir folgenden Plan zurecht gelegt;

  • Ich kaufe jedes Monat für 50€ Kryptos. Bei diesen Fix-Käufen, kaufe ich entweder Ethereum oder Bitcoin.
  • Kryptowährungen denen ich eine Zukunft vorhersage (Ripple, Litecoin, Bitcoin, Ethereum, NEO, etc.) werden noch zusätzlich nachgekauft. Diese Zusatzkäufe werden durch kurzfristige Preisabfälle automatisch ausgelöst.

Graue Theorie in der Praxis

In der Praxis kaufe ich bei Coinbase(Werbelink), Bitpanda(Werbelink), BTC Direct und Kraken.

Kraken nutze ich zur Zeit auch, um automatisiert zu kaufen wenn der Kurs fällt. Diese Bestellungen nennt man im Trader-Jargon auch Orders bzw. Limit-Orders. Das Limit bzw. die Bedingung die zur Auslösung des Kaufs führt, ist eine Preisänderung.

Um das zu nutzen, legt man sich einen Account auf Kraken an, überweist eine bestimmte Menge an Euros auf den Kraken-Account und erstellt seine Regeln. Nachdem der Account verifiziert ist und die Euros aufgeladen sind, kann man auch schon damit beginnen die Order anzulegen. Dazu wählt man in der Navigationsleiste Trade und darunter New Order aus.

Danach bekommt man die einfachste Simple-Variante für eine Order-Erstellung angezeigt. In unserem Fall wechseln wir allerdings auf Advanced.

Dort klappt sich ein relativ großes Formular aus. Ich persönlich rechne lieber in Euro als Bitcoin und stelle von XBT (Bitcoin) auf EUR um.

Danach wähle ich aus, dass ich gerne für 100€ Bitcoin kaufen möchte. Buy-Order ist bereits vorausgewählt. Danach kann ich über den Limit-Preis bestimmen, wann ich tatsächlich kaufen möchte. Der Limitpreis kann relativ in Prozent angegeben werden oder absolut in Euro (bzw. BTC). In meinem Fall, möchte ich, dass sofort gekauft wird, wenn jemand 10% unterhalb des aktuellen Marktpreises Bitcoin verkauft. Daher wähle ich das Minus aus, tippe 10 ein und klicke auf das Prozentzeichen. Das sieht dann so aus:

Klickt man unten auf „Buy XBT with EUR“, bekommt man noch einmal eine Zusammenfassung.

Im besten Fall ist die Order nach der finalen Bestätigung erstellt. Warum im besten Fall? Aktuell hat Kraken technische Probleme die dazu führen, das man es viele Male probieren muss, bis die Order tatsächlich erstellt ist. Ich habe bereits ein Support-Tickent mit der Nummer 877087 erstellt.

Ist das garantierter Erfolg?

Hier handelt es sich um meine persönliche Strategie. Ich bin kein Finanz- bzw. Vermögensberater und dementsprechend nicht in der Lage Ihnen zu sagen, ob diese Strategie für sie die beste ist. Möglicherweise verstehen Sie etwas von technischer Chart-Analyse oder sind viel besser in der Kryptoszene vernetzt um schneller agieren zu können. Bitte nehmen Sie diesen Artikel nur als einen Diskussionsbeitrag wahr und nicht als Vermögensberatung.

Wie immer gilt: Diese Strategie verspricht keinen 100% Erfolg.

In einem Folge-Artikel werde ich noch ein Tool vorstellen, dass Sie die Performance dieser Taktik mit historischen Daten testen lässt.

Außerdem werde ich noch nach einer Empfehlung auf Facebook Coinbase mit GDAX testen.

Wenn Sie Anregungen, Fragen oder Kritik haben, zögern Sie bitte nicht und schreiben Sie einen Kommentar!

 

 

 

 

 

Marktkapitalisierung einer Kryptowährung – Was ist das?

Vor kurzem bin ich in einer FB-Gruppe auf eine Diskussion gestoßen, deren Inhalt mich vor allem verwirrt hat. Es ging darum, ob es besser sei ob der Token einer neuen Kryptowährung mehr oder weniger Euro wert sein soll.

Mein erster Impuls war die Feststellung: Das ist egal. Die Marktkapitalisierung bzw. auf Englisch Market Capitalization (kurz auch Market-Cap) bleibt ja gleich. Da ging dann die Diskussion los, dass es besser sei wenn ein Token mehr wert sei, da das insgesamt den Wert der Währung steigere.

Das ist Falsch! Doch während der Erklärung viel mir auf, dass es da tatsächlich einiges zu beachten gibt.

Marktkapitalisierung – wieviel ist die Währung wert?

Die Marktkapitalisierung ist der Gesamtwert einer Kryptowährung. Das bedeutet, es ist die Summe des Werts aller Token die eine Währung im Markt hat.

Die Formel dafür ist sehr simpel. Wenn N die Gesamtanzahl der Token einer Kryptowährung sind und w der Wert in Euro, dann ist die Marktkapitalisierung K gleich N * w.

K = N * w

Der Wert eines Tokens wird durch Angebot und Nachfrage definiert, womit es also eine zeitabhängige Funktion ist.

Das spannende bei Bitcoin ist, dass diese Definition gleich an zwei Stellen problematisch ist:

  1. Viele, viele Menschen habe durch ein Missgeschick ihre Keys zu den Wallets verloren. Diese Bitcoins sind unwiederbringlich verloren und können nicht weiterverkauft werden. Sie sind de facto wertlos da sie nicht gehandelt werden können.
  2. Bitcoins haben eine in die Währung eingebackene Maximalanzahl an Bitcoins. Allerdings sind wir dort noch lange nicht angekommen. Alle zehn Minuten wird ein neuer Block generiert und mit diesem Block werden auch neue Bitcoins erzeugt. Damit ändert sich ständig die Anzahl der Bitcoins.

Das bedeutet, unser N ist eigentlich ein zeitabhängiger Funktionswert. Dieser setzt sich aus der Anzahl der handelbaren bzw. verwendbaren Token und der Anzahl derer, deren Zugang verloren ist, zusammen.

N(t) = N_verwendbar(t) + N_verloren(t)

Das heißt: die korrekte Formel wäre:

K(t) = N_verwendbar(t) * w(t)

Spannend ist dieser Punkt, da w(t) zwar einfach zu bestimmen, N(t) aber unmöglich zu ermitteln ist. Es ist möglich die aktuell verfügbare Anzahl auszurechnen. Außerdem definieren deflationäre Währungen wie Bitcoin auch die Obergrenze für verfügbare Token. Allerdings ist es unmöglich zu wissen, wieviele Token verloren sind.

Manchmal wissen Betroffene nicht einmal mehr, dass sie ihre Zugangsdaten verloren haben. Durch den dezentralen Aufbau gibt es keine zentrale Instanz, die durchzählen kann.

Defakto ist der theoretische Wert eines Bitcoins größer als der aktuelle Marktwert, da das Angebot kleiner ist als es die reinen Zahlen von N(t) suggerieren.

Warum wird die Marktkapitalisierung nicht größer mit dem Token-Wert?

Der Preis steigt mit der Nachfrage, wenn dem ein gleichbleibendes bzw. sinkendes Angebot gegenüber steht. Wenn die Nachfrage konstant ist und das Angebot steigt, sinkt dementsprechend der Preis.

Im Falle unserer Marktkapitalisierung bedeutet das, dass der Preis für einen Token verhältnismäßig steigt bzw. sinkt wenn die Nachfrage konstant bleibt aber die Gesamtanzahl der Tokens verändert wird.

Bitcoin? Größerer Token-Wert, größere Marktkapitalisierung!

Im Falle von Bitcoin hat sich die Marktkapitalisierung von knapp 16 Milliarden Dollar auf beinahe 120 Milliarden Dollar hochgeschraubt.

Fakt ist, dass mit jedem neuen Block neue Bitcoin generiert werden. Das sind am Tag immerhin 1.800 BTC! Auf’s Jahr gesehen, sind das 657.000 BTC. Theoretisch, sollte das ständig für Inflation sorgen. Das heißt, bei konstanter Nachfrage würde ein steigendes N(t) automatisch den Wert von w(t) sinken lassen. Das ist Inflation.

Jedoch ist die Nachfrage überproportional gestiegen, so dass w(t) sogar noch gestiegen ist!

Ein Wirken der freien Kräfte!

Unregulierter Wilder Westen. So oder so ähnlich kommt mir die Krypto-Welt im Moment vor. Dementsprechend, kann sich der Kapitalismus in all seinem Schrecken aber auch all seinem Glanz präsentieren.

Nachdem ich nun all das geschrieben habe, ist mir klar geworden, dass es tatsächlich nicht so trivial ist, wie sich der Preis entwickelt. Dafür gibt’s einfach zuviele Faktoren die, die Preiskurve beschreiben.

Zusammengefasst: Neue Währung – Konstante Nachfrage

Wenn eine neue Währung die Bühne betritt, so ist die Nachfrage Euro in diese neue Währung zu tauschen konstant. Dementsprechend ändert der Preis für einen Token nichts an der Marktkapitalisierung.

 

Geschichtenzeit: Die eigene Fehlbarkeit oder warum Sie ein Dummkopf sind

Gestern bin ich über einen Reddit-Post gestolpert, in dem der Autor die Geschichte seines Vermögenverlusts erzählt. Der Mann, dessen Selbstmitleid auch aus einem kurzen Youtube-Video tropft, erzählt über ein paar wenige Absätze hinweg wie er in eine Spirale aus Panik und Verlustangst stolperte und so schlussendlich 18.000 kanadische Dollar verlor. Zuerst waren es normale Kursschwankungen und anschließend Ponzi-Schemes, die dem Mann sein Geld nahmen.

Es ist nicht klar, ob der Autor tatsächlich so aufmerksamkeitsbedürftig ist oder ob es sich um einen Scammer handelt, der das Mitleid anderer ausnützen möchte um Cryptos abzustauben. Allerdings ist die Geschichte so oder so glaubhaft.

Ignoranz und Arroganz kosten Geld

Allerdings, wer lässt sich schon so über‘s Ohr hauen? Das passiert ausschließlich Dummköpfen!

Ich bin nach wie vor dieser Überzeugung. Allerdings habe ich etwas erkannt: Die Idee, dass man immer, überall und in jedem Zustand, völlig klar im Kopf ist, ist illusorisch.

In meinem Fall war diese Arroganz und die Ignoranz dem Verkaufsgeschick von Druckverkäufern gegenüber, 200 USD teuer.

Während eines Karibikurlaubs, bereits angeschickert – wenn nicht ein wenig mehr – schlenderte ich nach dem Abendessen mit meiner Freundin durch die Anlage. Einige Wanderverkäufer stellten gerade ihre Stände auf. Die perfekte Gegelegenheit billigen Tand als Mitbringsel zu kaufen. Da es noch kurz dauerte, konnte man sich in der Zwischenzeit noch einen Cocktail genehmigen.

Als wir dann durch das Spallier der Verkaufsstände flanierten, fiel mir ein Stand mit Holzanhängern auf. Daneben befand sich ein Rumstand.

Mein Interesse fiel sofort auf einen alten Rum und ein paar Holzspielsachen. In dem Moment sprachen dann gleich mehrere Dinge gegen mich:

  • Ich war betrunken.
  • Ich musste von USD auf EUR umrechnen. Zu meinem Pech hatte ich auch noch die Landeswährung einstecken, die ich noch loswerden musste.
  • Ich hatte und habe nicht viel Ahnung von Rum. War aber so eingewickelt von der etwas unterwürfigen Art des Verkäufers, dass ich das nicht zeigen wollte.

Lange Rede kurzer Sinn: Ich habe ca. 260 USD für zwei Flaschen Rum und ein paar Anhänger mit geschnitzten Holzfiguren ausgegeben. Warenwert ca. 60 USD.

Am nächsten Tag beim Frühstück, als wir zusammenrechneten wieviel denn das nun tatsächlich gekostet hatte, wies mich meine Freundin freundlich aber bestimmt daraufhin, dass der dunkelhäutige Mann mit dem breitem Grinsen, ein sehr gutes Geschäft gemacht hatte.

Das Tier im Manne

Freud hat in Das Unbehagen der Kultur geschrieben, dass der Mensch sein Leben grundsätzlich an zwei Absichten ausrichtet:

  • Lustgewinn
  • Leidvermeidung

Welche dieser Absichten die wichtigere Rolle im eigenen Leben spielt, ist eine Temperamentfrage und nicht generell zu beantworten. Zu wissen welcher dieser Motivationen man eher zugeneigt ist, ist wichtig.

Ein guter Verkäufer versucht dies im Gespräch zu erfragen und daran fest zu machen wie er den Nutzen seiner Produkte präsentiert. In Wien gibt es das Sprichwort „Die Gier ist ein Hund.“, welches meint, man weiß nie, wie es einen packt, man weiß allerdings, dass es jederzeit passieren kann.

Zb. Bitconnect, das als Pyramidensystembetrug verschrien ist, versucht mit astronomisch hohen Renditversprechungen seine Opfer anzulocken. Das ist einfach und effektiv. Da sowohl der Lustsuchende wie auch der Leidvermeider angezogen wird: Hohe Rendite der eigenen Investition hat viel lustvolles. Gleichzeitig, ist die Angst etwas zu verpassen (FOMO) ein scheußliches, panikartiges Gefühl. Um bei der Terminologie von
Freud zu bleiben: Das Es schaltet das Ego aus und übernimmt mit niederen Trieben. Von rationalen Überlegungen ist da weit und breit nichts zu sehen.

Reflexion und Bescheidenheit als Gegenmittel

Ich persönlich, habe erst dieses Jahr begonnen mich mit Kryptowährungen zu beschäftigen. Anfang März fing ich an mich für Ethereum zu interessieren. Mir war sofort klar, dass die technische Grundlage tragfähig ist und das Potential – zumindestens für mich – unabschätzbar groß ist.

Also dachte ich mir: Ich kauf mir einmal 3 Ether. Das sind weniger als 150€, wenn die weg sind ist‘s auch nicht so schlimm.

Als ich dann began mich bei den Portalen anzumelden und zuerst an den unfreundlichsten Mitarbeitern der Welt scheiterte (Thanks, IDNow) um meinen Account zu verifizieren, gingen noch Monate in‘s Land befor ich für den ersten Kauf bereit war. Als ich dann endlich kaufen konnte, war der Kurs bereits bei 150€ pro Ether.

Dieses Gefühl, da jetzt nicht dabei zu sein, war furchtbar. Ich hatte den Impuls sofort all mein Geld hinein zu pumpen. Ich widerstand. Auch wenn ich den Impuls noch hatte als der Kurs bei über 300€ war und in vielen Online-Medien von kurzfristigen Kursen jenseits der 800 USD die Rede war.

Da lernte ich: FOMO und das Bedürfnis bei steigenden Kursen nachzukaufen ist sehr stark in mir.

Als die Kurse dann fielen und auch manche meiner Käufe deutlich ins Minus rutschten (double-digit shrink), lies mich das völlig kalt.

Ich hatte mir von Anfang an die Regel gesetzt stur nach meinem monatlichen Investmentplan zu kaufen und frühestens in fünf Jahren zu verkaufen. Das Geld, welches ich monatlich einsetze ist Spielgeld. Wenn es weg ist, ist es weg. Kryptos sind hochspekulativ und sollten meiner Meinung nach nicht die Basis für die eigene Vermögensanlage sein. Das war mir von Anfang klar.

Da lernte ich: Fallende Kurse sind mir egal. Diese Signale finden keine Leiterbahnen in mir.

Für mich war wichtig, dass ich mir jedes Mal vor einem Kauf über meine aktuelle Gefühlslage klar wurde und überlegte wo diese Emotionen her kamen. Denn gerade als die Kurse hochschossen, waren die Emotionen sehr stark und die Überlegung da nicht nur Spielgeld einzusetzen groß.

Wissen über den eigenen Geist

Jordan B. Peterson, hat in einem Interview gesagt, dass das geordnete, zivilsierte Verhalten von Menschen nicht der Naturzustand sei. Es ist viel mehr ein Wunder, dass es möglich war, so viele Faktoren in einen optimalen Zustand zu bringen, damit alltägliche Probleme mit klarem Kopf anstatt des Faustkeils gelöst werden. Das Trivialbeispiel ist, dass ein fallender Blutzuckerspiegel das Aggressionspotential anheben kann. Umgangsprachlich auch hangry genannt.

Umso mehr man über solche psychosomatischen aber auch psychischen Zusammenhänge weiß, umso besser kann man sich gegen irrationale Impulshandlungen schützen.

Einen sehr interessanten Überblick über solche psychologischen Mechanismen, gerade puncto Investing, bietet der Finanzwesir rockt Podcast mit Folge 41.

Sehr empfehlen kann ich – auch unabhängig von Investing – die Folge 98 des Jocko Podcasts. Ein Podcast über Führung und Disziplin eines ehemaligen Navy-Seal-Kommandanten. In Folge 98 hat Jocko Jordan B. Peterson zu Gast und spricht mit ihm über Disziplin und welche Lebensweise den eigenen Geist stark und resilient macht

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, wie Jocko Willink in seinem Buch Extreme Ownership(Werbelink)seinen Problemlösungsansatz erklärt. Der Mann erklärt darin den wortwörtlich kampferprobten, Ansatz sich aus seinem Körper heraus zu denken um die Situation aus der Vogelperspektive zu beurteilen. Klingt leichter aber auch esoterischer als es in der Praxis ist.

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Der Populärphilosoph Richard David Precht lieferte mit seinem Buch Wer bin ich – und wenn ja wie viele?(Werbelink) Ein tolles Einstiegsbuch mit vielen Literaturverweisen auf die verschiedenen Quellen, wenn es um die Charakterbildung und Psyche geht. Spannend ist dabei das Konzept, dass man verschiedene Interessen im eigenen Charakter vereint die auch gegeneinander kämpfen und in verschiedene Richtungen streben. Es gibt mit Richard David Precht auch interessante Interviews auf Youtube zu sehen wie zB. mit das mit Peter Voß. Generell ist es mir eine Freude Precht eine Freude zuzuhören, da der Mann eine sehr angenehme aber auch klare Art hat sich zu artikulieren.

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Ich stöberte schon als 16-Jähriger gerne in Psychologie- und Philosophiebüchern. Das bildet für mich die Grundlage mit möglichst gut auf Herausforderungen vorzubereiten. Funktioniert häufig aber manchmal auch nicht – wie zB. im Karibikurlaub.

Seien Sie sich bewusst: Die richtigen inneren und äußeren Zustände vorausgesetzt, wird der Moment kommen, in dem Sie wie ein Dummkopf handeln. Sie haben es in der Hand, die Möglichkeiten zum Dummkopf zu werden so unwahrscheinlich wie möglich zu machen.

ASICs und GPU-Arrays? Browser-Power!

Mit Coinhive und Inwemo gibt es zwei Anbieter, die es einem erlauben eine Website ohne Werbung zu monetarisieren. Das Prinzip ist einfach: Der Besucher stellt die Rechenleistung seines Computers über seinen Browser zur Verfügung um Hashes zu generieren. Im Vergleich zu der Rechenpower eines ASICs oder eines Arrays von Grafikkarten, ist das lächerlich. Allerdings macht Kleinvieh auch Mist und so soll sich das in der Masse wieder auszahlen.

Im September bekam das Thema mehr Aufmerksamkeit, da Pirate Bay das getan hat ohne den Benutzer um Erlaubnis zu bitten. Ich für meinen Teil verabschäue so linke Turen und habe deshalb ein kleines Projekt gestartet, dass den Benutzer um Erlaubnis bittet. Erst wenn der Benutzer eingewilligt hat, wird das Skript eingebunden und gestartet. Der Dialog ist am Anfang der Seite positioniert.

 

Das ganze bleibt nach wie vor freiwillig. Ich würde mich dennoch freuen, wenn jeder Besucher ein paar Minuten Rechenzeit zur Verfügung stellt während er bzw. sie sich hier umsieht. Wie immer gibt es meine Skripte gratis und frei verfügbar zum freien Gebrauch: Coinhive-Integration

Segwit2x – Keine Zeugen zurück lassen

Es gibt gerade eine hitzig geführte Debatte ob Segwit2x verwendet werden soll oder nicht. Es tun sich viele Fragen auf: Ist es technisch eine gute Lösung? Wie würde es sich wirtschaftlich auswirken? Spricht das gegen oder für die Bitcoin Philosophie?

Um das zu verstehen, muss allerdings erst verstanden werden was den Segwit Version 1 überhaupt bedeutet für Bitcoin.

Früher war alles … fetter

Transaktionen in Bitcoin sind eine interessante Datenstruktur. Sie bestehen aus einer Liste von Quellen und einer Liste von Zielen für den Bitcoin-Fluss. Doch diese Quellenangaben und Zielangaben enthalten nicht nur den Betrag der transferiert werden soll.

Eine Zielangabe in der Transaktion, in Bitcoin-Terminologie VOUTs, beinhaltet neben der zu transferierenden Menge, auch ein Rätsel. Jeder der dieses Rätsel lösen kann darf die Bitcoins ausgeben. Am einfachsten stellt man sich das als Zahlenschloss an einer Schatztruhe vor. Es ist dem Schloss völlig egal wer die Zahlenkombination eingibt, sobald sie richtig eingegeben wird, geht das Schloss auf.

Die Quellangaben, in Bitcoin-Terminologie VINs, beinhalten des Rätsels Lösung. Durch die Lösung wird jedem der die Transaktion validiert bewiesen, dass der Transaktionsender tatsächlich Zugriff auf die noch nicht ausgegebenden Schätze hinter dem Zahlenschloss hat. Diese noch nicht ausgegebenden Schätze nennt man in Bitcoin-Terminologie Unspend Transaction Output.

Die Lösung des Rätsels, also der Beweis, dass man über die Bitcoin verfügen darf, wird auch „Zeuge“ genannt. Im übertragenen Sinn handelt es sich dabei um Beweise die bezeugen dass man das Geld ausgeben darf.

Technisch betrachtet, sind Zeugen Programmparameter für Smart Contracts die auf der Bitcoin-Blockchain ausgeführt werden. Der Smart Contract wird in der Programmiersprache Bitcoin Script geschrieben.

Die Parameter sind lange Ketten von Zeichen die häufig von geheimen Schlüsseln (Private Keys) generiert werden. Die Ketten sind lang und verbrauchen daher viele Bytes. Diese Bytes tun schnell weh, wenn nur eine Blockgröße von einem Megabyte zur Verfügung steht.

Segwit – Oldies und Jugend vereint

Segwit steht für „Segrageted Witness“ und meint, dass die Zeugen von den Transaktionen abgespalten werden. Die Zeugen zu einem VIN können über zusätzliche Nachrichten abgerufen werden, verbrauchen allerdings keinen Platz mehr in der Transaktion bzw. im Block selbst.

In den letzten Wochen liest man häufig von einem Hardfork und welche ernsten Folgen ein solcher haben könnte. Im Falle von Segwit handelt es sich nicht um einen Fork, da die Änderung abwärtskompatibel ist.

Für Knoten im Bitcoin-Netzwerk die Segwit nicht implementieren, sehen Segwit-Transaktionen merkwürdig aber trotzdem gültig aus. Die alte Versionen der Knoten erkennen den Verweis auf den außerhalb liegenden Zeugen nicht. Sie sehen stattdessen nur den Hinweis das jeder auf den Schatz zugreifen kann, wenn er möchte.

Durch dieses Vorgehen wird Platz gespart und zwar soviel, dass nun dank Segwit doppelt so viele Transaktionen pro Block möglich sind wie ohne.

Segwit-Transaktionen sind deutlich leicht gewichtiger als die regulären Transaktionen. Erfordern aber zusätzliche Kommunikation mit dem Netzwerk wenn eine Transaktion validiert werden soll. Durch diesen Mehraufwand wird mehr Platz im Block geschaffen.

Segwit2x – Ohne Hardfork geht‘s nicht

Segwit2x ändert das Protokoll und führt dazu, dass alte Knoten nicht mehr mitreden können. Für diese wären neue Segwit2x Transaktionen aufgeblasener Unsinn den man am besten verwirft. Wie der Name andeutet, handelt es sich bei der Änderung um die Erhöhung auf 2MB pro Block. Das 2x steht für die Verdopplung der aktuellen Blockgröße.

Wann es dann wirklich los geht, hängt auch von den Signalen

Na und, ist das nicht viel Trubel um Nichts?

Ursprünglich wurde das ganze im März 2017 in der bitcoin-dev Mailing List von Sergio Demian Lerner vorgeschlagen. Der Vorschlag basiert auf einem Bitcoin Improvement Proposal und kann in BIP 102 nachgelesen werden. Wie auch in der Mailing-List nachzulesen ist, gab es von Anfang an in der Core-Developer-Community Widerstand gegen einen Hardfork.

Durch diese Uneinigkeit, entwickelte eine Gruppe der Core-Developer ohne die 2MB Blockgröße weiter und eine Gruppe baute Software die, die 2 MB Blockgröße enthält. Die Basis für diesen Software-Fork ist Version 0.14 des Bitcoin Core Projekts.

Seit Anfang gibt es rund um Segwit2x gibt es viele Diskussionen, die teilweise auch sehr hitzig geführt werden. Die Kritik an Segwit2x reicht vom Aufzeigen technischer Defizite hin zu Ärger über die politische Lobby hinter Segwit2x, aber auch über den Verrat an den philosophischen Grundlagen einer dezentralen Kryptowährung.

Bereits die erste Antwort auf die initiale Ankündigung in der Mailing-List war eine entsprechende Kritik. Ernst sind vor allem die Sicherheitsbedenken wie zB. die schwache Replay-Protection oder die Gefahr von DOS-Attacken.

Was heißt das für uns Bitcoin-Halter?

Defakto ist gerade ein politischer Konflikt zwischen mehreren, sehr einflussreichen Parteien ausgebrochen. Egal wer gewinnt, es wird hier auch große Verlierer geben. Ich persönlich frage mich, ob die Querelen nicht insgesamt Bitcoin schaden könnten.

Der Kryptomarkt ist im Vergleich zum normalen Finanzmarkt klein und Bitcoin, als älteste der Top 10 Währungen, gibt auch vor wie sich der restliche Markt entwickelt. Ich vermute kurzfristig wird es rund gehen …

Neue Seite: Literatur- und Web-Tipps

Ich habe die für mich wichtigsten Quellen rund um das Thema Blockchain-Technologien zusammen getragen und in eine Seite gegossen. Sie wird ständig aktualisiert und ich plane sie auch mit Youtube-Kanälen und ähnlichem zu erweitern. Die Literatur- und Web-Tipps finden Sie auf der Seite Literatur- und Web-Tipps.

PS: Entschulidgung für das Ausbleiben des Artikels letzte Woche. Es ist im Moment soviel los, auch in der Kryptowelt, dass mich die Informationsübermacht in einer Schockstarre zurück gelassen hat. Nächste Woche, pünktlich vor dem möglichen SegwitX2-Hardfork, werde ich darüber schreiben, was es damit auf sich hat.

Neue Seite: Übersicht über Krypto-Währungen

Wie schon letzte Woche, habe ich diese Woche wieder etwas größeres gebaut. Im Gegensatz zur Überblicksseite von letztes Mal, habe ich dieses Mal ein kleines Tool gebaut, dass es einem erlaubt Kryptowährungen miteinander zu vergleichen. Die aktuelle Version ist ein Prototyp und enthält statische Daten vom 30.09.2017. Bei positivem Feedback, werde ich es ausbauen, damit die Daten einmal täglich aktualisiert werden.

Das Tool findet ihr hier: Übersicht über Kryptowährungen

Das Tool ist Open Source und auch als Source-Code auf Github erhältlich.